Medion Life P12267 Schnelltest

Nicht nur im ausgeschalteten Zustand ist das Bild des Medion Life P12267 sehr dunkel. Via Bild­einstel­lungen lässt sich dies aber korrigieren.

Mal eben noch einen neuen Fernseher neben Milch und Brot in den Einkaufs­wagen legen: Aldi Nord verkauft seit dem 24. September 2015 ein Smart-TV-Gerät für 189 Euro als Aktions­ware. Beim Platz­sparen ist der kleine 54,6-cm-Flach­bild­schirm ganz groß: ein DVD-Spieler und die Empfänger für alle Fernseh­signale sind schon integriert. Oben­drein ist das Gerät internet­fähig und zeigt auch Smartphone- und Tablet-Inhalte an. Der Schnell­test zeigt, ob die kleine Glotze großen Ansprüchen genügt.

Ideal bei wenig Platz

Ob Küche oder Gartenhütte – der Medion-Fernseher P12267 (MD 21366) eignet sich vor allem für kleine Räume. Mit einer Bild­schirm­diagonale von 54,6 Zenti­metern erinnert er an einen PC-Monitor. Flexibel ist das Gerät, es empfängt das TV-Programm via Kabel, Satellit und Antenne. Der dafür zuständige Receiver muss nicht extra besorgt werden, sondern ist schon an Bord. Das gilt auch für den einge­bauten DVD-Spieler. Seitlich kann die DVD einfach in den Schlitz hinter dem Bild­schirm geschoben werden.

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Bewegte Bilder verschmieren

Zwar werben Aldi und Medion mit einem „sensationellen Full HD Erlebnis mit gestochen scharfen Bildern“ – in der Realität sieht das Ganze jedoch anders aus. Tatsäch­lich bieten 1 920 x 1 080 Pixel eine Full-HD-Auflösung, allerdings vermasselt der offen­kundig extrem lang­sam reagierende LCD-Bild­schirm das Fernseh­erlebnis. Die Stand­bilder sind gar nicht schlecht, bei Bewegungen zieht das Bild aber durchweg stark nach – es entstehen starke Farbsäume, ganze Bild­bereiche „verschmieren“, Gesichter zerfallen teil­weise. Üblicher­weise lassen sich solche Effekte lindern, wenn die Rausch­unterdrückung verringert oder deaktiviert wird. Im Schnell­test brachte dieser Kniff jedoch nichts. Betroffen waren neben dem Fernseh­bild auch die Filme auf DVD.

Dunkle Bilder lassen sich aufhellen

Optimieren lässt sich dagegen das im Auslieferungs­zustand sehr dunkle Bild des TVs. Schwarze Bild­bereiche saufen regelrecht ab, ihnen fehlen Details. So sieht man etwa bei einem dunklen Locken­kopf nur noch eine glatte Haarfläche statt einzelner Locken. Besser wird es, wenn Nutzer in den Bild­einstel­lungen den Energiesparmodus deaktivieren, die Helligkeit und die Hintergrund­beleuchtung erhöhen. Vergleichs­weise gut sind Farbe und Kontrast des Fernseh­bildes.

Dünner Klang

Der Ton des Medion-Fernsehers hat unsere Tester über­rascht. Der Klang ist zwar dünn, immerhin lassen sich Stimmen mehrerer Personen voneinander unterscheiden, was bei dieser Gerätegröße kein Stan­dard ist. Im letzten großen Test von kleinen TV-Geräten (test 2/2015) bekamen die Fernseher­experten weit­aus Schlimmeres zu hören.

Kleinere Ticks bei der Hand­habung

Bedienen lässt sich die Flimmerkiste halb­wegs brauch­bar. Es gibt einen Assistenten für die Erst­installation, das Menü ist einfach, aber über­sicht­lich. Wer sich allerdings mithilfe des Elektronischen Programm­wegweisers (EPG) etwa in der Werbe­pause einen Über­blick über das restliche Programm verschaffen will, muss auf Bild und Ton der laufenden Sendung verzichten. Der einge­baute DVD-Spieler hat ein eigenes Einstellungs­menü, das sich völlig vom TV-Menü unterscheidet. Es lässt sich nur aufrufen, wenn eine DVD einge­legt ist, die zu dem Zeit­punkt nicht läuft.

Alle notwendigen Anschlüsse da

Der Fernseher bietet einige praktische Anschlüsse. Etwa zwei USB-Eingänge, um Fotos abzu­spielen und zwei HDMI-Anschlüsse für Zuspielgeräte. Auch Kopf­hörer lassen sich nutzen, die Laut­sprecher des Fernsehers schalten sich beim Einstöpseln nicht auto­matisch ab – ein Vorteil, wenn zwei Nutzer gemein­sam fernsehen, von denen einer schlecht hört. Ein CI+-Schacht ermöglicht den Empfang verschlüsselter Programme.

Im Internet passiert nicht viel

Statt der unendlichen Weiten des Internets bietet der Fernseher einen lang­samen Browser. Als Alternative zum Smartphone oder Tablet taugt der Fernseher nicht. Von Link zu Link lässt es sich nur mit den Pfeiltasten auf der Fernbedienung hüpfen. Zwischen den „Sprüngen“ passiert erst einmal sekunden­lang nichts. Zackig dies und jenes im Internet aufrufen, ist nicht drin. Apps wie Youtube funk­tionieren etwas besser, aber auch nicht schnell und teil­weise verzögert. Den Internet­anschluss gibt es per Lan-Kabel oder drahtlos per WLan (WLan-Adapter liegt bei). Auch lässt sich der Fernseher ins Heimnetz­werk integrieren, er zeigt Inhalte vom Smartphone oder Tablet via Bild­schirm-Spiegelung („Screen Mirroring“). Er kann Videos, Fotos und Musik von PCs und Netz­werk­speichern im Netz­werk wiedergeben.

Fazit: Kleines Platz­wunder, sonst nichts Besonderes

„Typisch!“ ist das Fazit unseres Schnell­tests. Der Medion P12267 (MD 21366) ist ein Klein­fernseher, wie wir ihn in vergangenen Tests zuhauf gesehen haben. Das Bild verschmiert, der Internet­browser ist kaum nutz­bar. Beim Ton schneidet der Medion besser als erwartet ab. Die Hand­habung geht in Ordnung, alle notwendigen Anschlüsse sind vorhanden. Das Plus: Der integrierte DVD-Spieler tut seinen Dienst und ist in kleinen Räumen durch­aus praktisch. Wer den Medion-Fernseher als Zweitgerät nutzen will, muss das eine oder andere Auge zudrü­cken.

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