Medion Digitalkamera von Aldi Schnelltest

Aldi Nord bietet eine Digitalkamera von Medion für 79,99 Euro seit Montag (23. März) an. test.de untersucht im Schnelltest, ob das Gerät ein Schnäppchen ist.

Auslöser geht schwer

Beim ersten Ausprobieren der neuen Medion Life P42001 fällt auf: Der Auslöserknopf lässt sich nur mit relativ hohem Kraftaufwand betätigen. Zudem versenkt er sich beim Drücken ziemlich tief unter die Gehäusekante. Das erschwert das Bedienen. Fingerspitzengefühl hilft beim Einstellen der Vorfokussierung bei halb gedrücktem Auslöseknopf leider nicht weiter. Die richtige Position zu finden ist Glückssache.

Schnappschüsse sind Fehlanzeige

Beim Einschalten lässt sich die Kamera Zeit. Sie braucht 4,6 Sekunden. Wenn der Fotograf aber nach dem Einschalten den Auslöser gedrückt hält, kann er knapp eine Sekunde früher das erste Bild schießen. Auf dem Monitor ist es dann allerdings noch unsichtbar. In der Praxis sind die mit schwarzem Monitor gemessenen 3,8 Sekunden nur im Blindflug nutzbar. Für das automatische Scharfstellen und die Auslöseverzögerung für ein Ziel in einem Meter Entfernung muss der Fotograf 0,8 Sekunden einrechnen. Zwischen zwei Bildern braucht die Kamera eine Pause von 2,2 Sekunden. Diesen Wert erreicht sie nur mit anhaltend gedrücktem Auslöser. Der Monitor bleibt zwischen den beiden Aufnahmen wieder schwarz. Erst nach einer weiteren Wartezeit von etwa 0,8 Sekunden ist das neue Bild auf dem Monitor sichtbar. Schnappschüsse sind so nicht machbar.

Bei wenig Licht dürftige Qualität

Standbilder erzeugt die Kamera mit durchschnittlicher Schärfe ohne Tadel. Dies schafft sie bei Weitwinkel- und Teleaufnahmen, was bei einem Dreifach-Zoom-Objekt auch zu erwarten ist. Kein Problem gibt es auch bei Sonnenschein-Außenaufnahmen. Belichtung und Farbwahl sind in Ordnung. Scharfe Kontraste bildet die Kamera allerdings mit überbelichteten Stellen ab. Dieses Problem haben viele Kompaktkameras. Schlechtere Ergebnisse erzielt die Kamera bei spärlicher Beleuchtung. Die Farbwiedergabe von Porträt-Aufnahmen bei Glühlampenlicht ist nur wenig eingeschränkt. Allerdings sind die Aufnahmen ohne Blitz zu hell, etwas zu blass und gelblastig, wenn auch nicht extrem. Es tauchen vor allem auf einfarbigen dunklen Flächen kleine farbige Pixel auf. Dieses Farbrauschen zeigt, dass die Kamera bereits an den Grenzen ihrer Lichtempfindlichkeit angekommen ist. Mit Blitz allerdings werden die Porträts viel zu blass, weil er den Vordergrund zu stark aufhellt. Die Farben sind dann etwas zu dunkel.

Videos laufen mit Einschränkung flüssig

Videoaufnahmen mit Tonwiedergabe bringt die Kamera auch. Allerdings funktioniert beim Aufnehmen der optische Zoom nicht. Nur der recht ruckartig arbeitende Digitalzoom ist einsetzbar. Bei hoher Auflösung von 640 mal 480 Bildpunkten und 30 Bildern pro Sekunde ist die Bildqualität durchschnittlich. Das Bild grieselt zwar, ist aber einigermaßen flüssig und frei von Blöcken oder starkem Rucken. Schwenkt der Kameramann aber die Medion Life zu schnell, setzt ein starkes Bildrucken ein. Im Vergleich zu Geräten anderer Hersteller im unteren Preissegment ist die Videoqualität zufriedenstellend.

Viel Zubehör

Für sein Geld bekommt der Kamerakäufer bei Aldi reichlich Zubehör. Ein zweiter Akku liegt bei mit Netz- und Ladegerät. Das ist eine noble Beigabe, die andere Hersteller sich extra bezahlen lassen. Hinweis: Die Akkus können nur in der Kamera geladen werden. Es ist nicht möglich zu fotografieren, während der zweite Akku gerade lädt. Auch eine ausreichend große Speicherkarte mit bis zu zwei Gigabytes ist beigelegt. Sie bewältigt die meisten Anwendungen. Ein Handbuch gibt es auch noch, das hat aber seine Schwächen. Es ist mit sehr kleiner Schrift gedruckt und nicht üppig illustriert.

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