Medikamentenpreise Meldung

Wolfgang Kaesbach, Bundesverband der Betriebskrankenkassen

Verschreibungspflichtige Arzneimittel übers Internet bestellen könnte bald schon offiziell erlaubt werden. Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer macht sich dafür stark, ebenso die Krankenkassen. Die Verbraucherverbände sprechen von bis zu 60 Prozent niedrigeren Medikamentenpreisen im Vergleich zur Apotheke. Was die Patienten davon haben, erklärt Wolfgang Kaesbach, Arzneimittelexperte beim Bundesverband der Betriebskrankenkassen.

Die niederländische Internet-Apotheke DocMorris hat einen juristischen Schleichweg gefunden, um trotz des Verbots durch das Frankfurter Landgericht weiter verkaufen zu können. Können Kassenpatienten davon profitieren?

Kaesbach

: Zurzeit ist der Vorteil noch gering: Sie sparen die Rezeptgebühr von 8, 9 oder 10 Mark je Packung. Außerdem kommt das nur für freiwillig Versicherte infrage, die das Kostenerstattungsverfahren gewählt haben. Denn eine Direktabrechnung der Krankenkasse mit einer Internetapotheke ist momentan leider noch nicht möglich.

Sie setzen sich dafür ein, dass sich das ändert. Warum?

Kaesbach

: Das Monopol der Apotheken muss aufgebrochen werden. Die Krankenkassen würden auf diese Weise Kosten sparen, was den Beitragszahlern zugute kommt. Zudem könnten Versicherte, die ihre Medikamente übers Internet bestellen, von ihrer Krankenkasse einen Bonus bekommen.

Welche Sicherheitsanforderungen stellen Sie, um die Patienten vor unseriösen Anbietern zu schützen?

Kaesbach

: Nur in der Europäischen Union zugelassene Apotheken sollen Medikamente versenden dürfen. Und es müssen Arzneimittel sein, die im EU-Bereich zugelassen sind. Um das schnelle Medium Internet richtig zu nutzen, wäre außerdem das elektronische Rezept wünschenswert ­ derzeit müssen die Verordnungen ja noch per Post an die Internetapotheken gesandt werden.

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