Rezept­freie Mittel mit Haken

Auch einige rezept­freie Mittel verleiten dazu, sie stärker zu nutzen als nötig – und schaden so letzt­lich.

Nasen­spray. Abschwellende Nasen­tropfen sollten nicht länger als eine Woche angewendet werden. Wenn sie abge­setzt werden, kann die Nasen­schleimhaut wieder anschwellen. Das Gefühl, der Schnupfen sei noch nicht vorbei, entsteht und verführt dazu, die Mittel weiter zu verwenden, auch wochen- oder monate­lang. Aber: Das schadet der Nasen­schleimhaut, sie wird anfäl­liger für Viren und Bakterien – und damit für Erkrankungen.

Kopf­schmerz­mittel. Wenn solche Schmerz­mittel längere Zeit an mehr als zehn Tagen im Monat einge­nommen werden, können sie selbst Kopf­schmerzen hervorrufen. Das Schmerz­system im Gehirn reagiert dann stärker, auch auf leichte Schmerzen. Die Folge: Der Patient schluckt mehr Schmerz­mittel. Der Kopf­schmerz bleibt.

Schlaf­mittel. Auch rezept­freie Schlaf­mittel sollten nicht länger als zwei Wochen einge­nommen werden. Der Körper gewöhnt sich schnell an die Substanzen. Werden sie dann abrupt abge­setzt, können die Schlaf­probleme erneut auftreten. Das verleitet dazu, die Pillen weiter einzunehmen, auch in höherer Dosis. Ein Teufels­kreis: Neben­wirkungen wie Schwindel, Konzentrations­schwäche und Müdig­keit treten dann verstärkt auf.

Koffeinhaltige Mittel. Einige Grippe­mittel mit fiebersenkenden oder schmerzlindernden Substanzen enthalten zusätzlich Koffein, das anregend wirkt. Das verleitet mitunter dazu, die Mittel länger und öfter als empfohlen einzunehmen. Neben­wirkungen werden damit wahr­scheinlicher – und bei höherer Dosis auch gefähr­licher.

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