Medikamenten­abhängig­keit

Rezept­freie Mittel mit Haken

1

Auch einige rezept­freie Mittel verleiten dazu, sie stärker zu nutzen als nötig – und schaden so letzt­lich.

Inhalt

Nasen­spray. Abschwellende Nasen­tropfen sollten nicht länger als eine Woche angewendet werden. Wenn sie abge­setzt werden, kann die Nasen­schleimhaut wieder anschwellen. Das Gefühl, der Schnupfen sei noch nicht vorbei, entsteht und verführt dazu, die Mittel weiter zu verwenden, auch wochen- oder monate­lang. Aber: Das schadet der Nasen­schleimhaut, sie wird anfäl­liger für Viren und Bakterien – und damit für Erkrankungen.

Kopf­schmerz­mittel. Wenn solche Schmerz­mittel längere Zeit an mehr als zehn Tagen im Monat einge­nommen werden, können sie selbst Kopf­schmerzen hervorrufen. Das Schmerz­system im Gehirn reagiert dann stärker, auch auf leichte Schmerzen. Die Folge: Der Patient schluckt mehr Schmerz­mittel. Der Kopf­schmerz bleibt.

Schlaf­mittel. Auch rezept­freie Schlaf­mittel sollten nicht länger als zwei Wochen einge­nommen werden. Der Körper gewöhnt sich schnell an die Substanzen. Werden sie dann abrupt abge­setzt, können die Schlaf­probleme erneut auftreten. Das verleitet dazu, die Pillen weiter einzunehmen, auch in höherer Dosis. Ein Teufels­kreis: Neben­wirkungen wie Schwindel, Konzentrations­schwäche und Müdig­keit treten dann verstärkt auf.

Koffeinhaltige Mittel. Einige Grippe­mittel mit fiebersenkenden oder schmerzlindernden Substanzen enthalten zusätzlich Koffein, das anregend wirkt. Das verleitet mitunter dazu, die Mittel länger und öfter als empfohlen einzunehmen. Neben­wirkungen werden damit wahr­scheinlicher – und bei höherer Dosis auch gefähr­licher.

1

Mehr zum Thema

  • Schlaf­mittel im Test Endlich wieder Ruhe finden

    - Rezept­freie Schlaf­mittel können helfen, wenn das Ein- und Durch­schlafen schwerfällt. Die Stiftung Warentest hat bewertet, welche geeignet sind.

  • Medikamente im Test Die besten Mittel für Ihre Reise­apotheke

    - Krank auf Reisen – das ist keine Seltenheit. Wer sich darauf vorbereitet, reist entspannter. Wir nennen die besten und güns­tigsten rezept­pflichtigen Mittel fürs Gepäck.

  • Kopf­schmerz­mittel im Test Was gegen verschiedene Arten von Kopfweh wirkt

    - Die Stiftung Warentest nennt die besten und güns­tigsten Medikamente für gelegentliche und häufige Kopf­schmerzen. Und was gegen Migräneatta­cken hilft.

1 Kommentar Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

RichardFriedel am 03.06.2019 um 16:10 Uhr
Asthmasprays: unnötige Sucht.

Asthmaforschung lässt die eigene Entspannung der Atemwege außen vor und rechtfertigt die Verwendung von nebenwirkungsreichen Sprays. Das führt zu einer Sucht bei dem Patienten statt Üben mit kräftigem Luftholen durch die Nase, das durch Lippendruck die Bronchien über einen Reflex offen hält. Siehe zum Beispiel https://youtu.be/PiSq-WnMXjs und Googeln nach gv26.important.
Die lange Tradition in der Medikamentenbehandlung von Asthma ist eine Irreführung.