Das Bundessozialgericht hat für Schwerkranke den Einsatz von Arzneimitteln erleichtert, die bislang für ihre Erkrankung nicht zugelassen sind. Festgelegt wurden die Bedingungen, unter denen die Krankenkassen die Kosten übernehmen sollen (Az. B 1 KR 37/00 R). Dabei muss es sich um eine schwerwiegende, also lebensbedrohliche oder die Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigende Erkrankung handeln, für die es keine andere Therapie gibt und bei der mit dem Medikament gute Aussichten auf Erfolg bestehen. Kranken dürften „unverzichtbare und erwiesenermaßen wirksame Therapien nicht vorenthalten“ werden, so die Richter.

Der Fall: Ein Patient mit Multipler Sklerose litt an einer starken Störung der Koordination von Bewegungsabläufen. Die behandelnden Ärzte erhofften sich von Sandoglobulin eine Besserung dieser Störung. Das Mittel ist für die Therapie der Multiplen Sklerose aber nicht zugelassen, sondern unter anderem bei Antikörpermangelsyndromen wie Aids oder bei Knochenmarktransplantationen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 61 Nutzer finden das hilfreich.