Arzneimittel aus der Onlineapotheke

Wer Medikamente im Internet bestellt, kann Geld sparen. Mängel haben manche Anbieter bei der Beratung und beim Lieferservice.

Seit der Gesundheitsreform können ­Verbraucher im Internet apothekenpflichtige Arzneimittel bestellen. Vorher war nur der Versandhandel mit frei ­verkäuflichen Medikamenten gestattet.

Eine Zulassung für den Arzneiversand in oder nach Deutschland ­haben bisher rund 1 000 Apotheker, ­darunter auch Anbieter aus anderen ­EU-Staaten und des Europäischen Wirtschaftsraums.

Preisvorteil für Patienten

Versandapotheken sind für die Kunden vor allem wegen der Diskretion und natürlich wegen möglicher Preisvorteile interessant. test hat Anbieter im In- und Ausland untersucht und ermittelt, dass rezeptfreie Medikamente im Versandhandel um bis zu 30 Prozent günstiger sind als in der Apotheke um die Ecke (siehe Test: Versandapotheken).

Je nach Anbieter und Umfang der Bestellung fallen aber Versandkosten an, sodass der Kunde die Preise genau vergleichen sollte. Lohnend ist der Versandhandel insbesondere für chronisch Kranke, die viele Medikamente benötigen.

Bei rezeptpflichtigen Medikamenten dürfen jedoch nur Anbieter im EU-Ausland Rabatte geben, in Deutschland sind diese Arzneimittel preisgebunden.

Wer im Versandhandel einkaufen will, sollte sich vorher bei seiner Krankenkasse erkundigen. Viele Kassen haben bei Versandapotheken Sonderkonditionen für ihre Versicherten ausgehandelt.

Zahlreiche Mängel

Die Anbieter mit guten Noten im Test nennen wir in „Unser Rat“. Die Untersuchung von test zeigte aber auch, dass viele Versandapotheken Mängel haben. Jeder zweite Anbieter, auch die bekannte Versandapotheke DocMorris, schnitt „mangelhaft“ ab.

Ähnlich wie bei den zuvor von test untersuchten konventionellen Apotheken haperte es bei den Versandanbietern an der Beratung. Kein Anbieter gab am Telefon lückenlose Informationen zu Wechsel- und Nebenwirkungen der Präparate.

Probleme gab es auch bei der Lieferung: Die Ware war manchmal tagelang unterwegs, einige Aufträge wurden vergessen.

Bei akuter Erkrankung ist der Versandhandel somit nicht zu empfehlen. Wer kurzfristig eine Arznei benötigt, erhält sie schneller in der Apotheke um die Ecke.

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