In Grenzen belastet

Selbst wenn die Krankenkasse für ein ­Medikament zahlt, muss der Versicherte etwas zuzahlen. Doch wenn seine Belastungsgrenze erreicht ist, kann er sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.

Übersteigen die Zuzahlungen für Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel 2 Prozent des jährlichen Bruttohaushaltseinkommens eines Versicherten, ist Schluss. Chronisch Kranke zahlen nur bis zu 1 Prozent der Bruttoeinnahmen.

Der Versicherte kann alle Zuzahlungen ­anrechnen, die er, sein Ehepartner und weitere mit ihm in einem Haushalt lebenden Angehörigen für Leistungen der Krankenkassen tragen mussten, zum Beispiel für rezeptpflichtige Medikamente oder für vom Arzt verordnete Krankentransporte. Die Kosten für rezeptfreie Medikamente zählen aber nicht, da sie nicht zum Leistungskatalog der Kassen gehören.

Um die Höhe der Belastungsgrenze zu ­ermitteln, werden die Bruttoeinnahmen des Versicherten und der Angehörigen ­berücksichtigt. Sie können um Freibeträge für die Angehörigen gemindert werden.

Beispiel: verheirateter Versicherter
Brutto Haushaltseinkommen 40 000 Euro
– Freibetrag für Ehefrau/Partnerin 3 447 Euro
– Freibetrag für 1 Kind1) 3 648 Euro
Anzurechnendes Einkommen 32 005 Euro
Belastungsgrenze (2 %): 640 Euro
Für Chroniker (1%): 320 Euro

1) Der Freibetrag für weitere im Haushalt lebende Angehörige läge bei 2 898 Euro, Freibetrag bei ­Alleinerziehenden: 4 347 Euro für das erste Kind.

Derzeit gibt es Streit über den Kinderfreibetrag. Während die Kassen nur 3 648 ­Euro als Freibetrag anrechnen, ist Finanztest der Meinung, dass der Freibetrag bei 5 808 ­Euro liegen müsste.

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