Medikamente Meldung

Nicht mehr jede Apotheke sammelt Altarzneimittel. Sie dürfen auch in den Hausmüll, aber nie in Abfluss oder Toilette.

Sammel­system passee. Der angebrochene Hustensaft, die abge­laufene Schmerz­tablette, das bröckelige Zäpf­chen: Nicht jedes Medikament wird verbraucht. Früher nahmen Apotheken solche Altarznei­mittel kostenlos entgegen, und das Recycling­unternehmen Vfw holte sie zur Entsorgung ab. Doch Mitte 2009 endete der Service. Das liegt an einer Änderung der Verpackungs­ver­ordnung. Seither nehmen manche Apotheken freiwil­lig Altmedikamente an, andere nicht. Ein einheitliches Sammel­system gibt es nicht mehr, und das soll so bleiben. Das antwortete die Bundes­regierung im vergangenen Sommer auf eine Anfrage der Grünen.

Toilette tabu. Aber wohin mit Altarznei­mitteln? „Auf keinen Fall, egal ob fest oder flüssig, in Abfluss oder Toilette“, sagt Dr. Udo Puteanus vom nord­rhein-west­fälischen Landes­zent-rum Gesundheit. „Klär­anlagen entfernen sie nicht komplett, und dann können sie Gewässer, Tiere und Pflanzen belasten und ins Grund­wasser, also letzt­lich ins Trink­wasser gelangen.“

Hausmüll zulässig. Beim Hausmüll sieht die Bundes­regierung keine Bedenken. Der dürfe seit 2005 nicht mehr einfach so auf die Deponie, sondern müsse verbrannt oder mecha­nisch-biologisch vorbehandelt werden. Recht­lich sei dieser Weg zulässig, bestätigt Riccardo Amato vom Umwelt­bundes­amt. „Aber wir empfehlen die Abgabe bei Apotheken oder Schad­stoff­sammelstellen.“ Das gewähr­leiste eine besonders sichere Entsorgung – nämlich Verbrennung – und verhindere, dass Kinder Medikamente finden und verschlu­cken.

Tipp: Bringen Sie alte Arznei, vor allem größere Mengen, am besten zur Apotheke oder städtischen Schad­stoff­sammelstelle – wenn man sie annimmt. Sonst werfen Sie sie in den Hausmüll – im Blister, Fläsch­chen oder in der Tube, umwi­ckelt mit Zeitungs­papier. Das tarnt sie vor Kindern. Karton und Beipack­zettel gehören ins Altpapier, Kunst­stoff­reste in den gelben Sack. Queck­silber­haltige Fieber­thermo­meter und Zytostatika müssen zur Schad­stoff­sammelstelle.

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