Medikamente Meldung

Schnell, bequem – und in der Kritik: Die Drive-in-Apotheke in Ulm.

Die Ulmer „Apotheke im Blautal­cen­ter“ darf keine apothekenpflichtigen Arzneien am Autoschalter verkaufen. Erlaubt sind nur Produkte, die auch ein Drogeriemarkt verkaufen kann. Nur während des Notdienstes außerhalb der Geschäftszeiten ist ein genereller Verkauf „durch die Klappe“ erlaubt. Das hat der Verwaltungsge­richtshof Baden-Württemberg entschieden (Az. 9 S 1490/02). Kunden würden sonst die Medi­kamenten­risiken aus dem Blick ver­lieren. „So sinkt die Bereitschaft, Beratung in Anspruch zu nehmen.“

Der Ulmer Apotheker Kars­ten Wendt wehrt sich. Er meint, dass seine Kunden am Außenschalter ebenso gut beraten würden wie in der Apotheke und hat gegen die Entscheidung Beschwerde eingelegt. Zur Not will er bis zum Bundesverfassungs­gericht gehen.

Gegnern der Autoschalter dürfte es ab 2004 schwer fallen, dort mangelnde Beratung zu rügen. Denn ab Januar dürfen Apotheken ihre Waren auch mittels Versandhandel völlig ohne Beratungsgespräch anbieten.

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