Medikamente Special

Geht es um Erkältung, Halsweh, Verstopfung oder Sodbrennen, sind rezept­freie Arznei­mittel sehr beliebt. Unter den prominenten Medikamenten sind aber viele wenig geeignet. Das zeigen die Bewertungen der Stiftung Warentest. Hier finden Sie die Liste von 35 bekannten Mitteln, die Sie besser nicht kaufen sollten. Darin sind Produkte wie Aspirin Complex, Wick MediNait oder Thomapyrin. Hier finden Sie auch Medikamente, die die Fachleute als die bessere Alternative ausgemacht haben.

Rezept­freie Medikamente auf dem Prüf­stand

Viele Beschwerden wollen Betroffene erst einmal ohne Arzt lindern – mit rezept­freien Medikamenten. Doch allen voll­mundigen Werbe­versprechen zum Trotz sind viele angeblich wirk­same Arznei­mittel wenig geeignet. Das zeigen die Bewertungen der Stiftung Warentest. Ein Experten­team überprüft regelmäßig alle Medikamente, die laut Markt­analysen besonders häufig verkauft werden, darunter rund 1 500 rezept­freie Medikamente. Etwa 500 davon schneiden schlecht ab.

Kombiprä­parate oft nicht sinn­voll zusammengesetzt

Unter den wenig geeigneten Medikamenten sind sehr viele Kombiprä­parate mit mehreren Wirk­stoffen. Bekannte Beispiele sind Erkältungs­mittel wie Aspirin Complex, Grip­postad C, Wick MediNait oder Schmerz­mittel wie Doppel Spalt compact, Neuralgin, Thomapyrin. Meist ergänzen sich die Inhalts­stoffe solcher Präparate nicht sinn­voll. Hinzu kommt, dass die Kombination verschiedener Wirk­stoffe im selben Medikament mit einem erhöhten Risiko von Neben­wirkungen einhergeht.

Wirk­samkeit oft nicht ausreichend belegt

Bei anderen Medikamenten, die die Stiftung Warentest als wenig geeignet bewertet, ist die therapeutische Wirk­samkeit nicht ausreichend belegt oder im Vergleich zu den Neben­wirkungen gering. So wirken Präparate gegen Verstopfung mit Aloe oder Rizinusöl drastisch abführend und reizen den Darm stark. Besser sind schonendere Abführ­mittel, etwa mit Floh­samen, Sennes, Natrium­picosulfat, Laktulose oder Macrogol.

35 Präparate in aktueller Liste

Diese und weitere Medikamente stehen in der Medikamentenliste, die die Stiftung Warentest aktuell zusammen­gestellt hat. Darin finden sich 35 bekannte und wenig geeignete rezept­freie Präparate. Verbraucher sollten anstelle dessen lieber geeignete Alternativen wählen, die ebenfalls in der Tabelle zu finden sind. Die Arznei­mittel­bewertungen der Stiftung Warentest erfolgen auf Grund­lage der Fach­literatur sowie der interna­tionalen wie nationalen klinischen Studien in vier Stufen von „geeignet“ bis „wenig geeignet“. Ausführ­liche Informationen zu den rezept­freien Medikamenten sowie verschreibungs­pflichtigen Medikamenten stehen in der großen Datenbank Medikamente auf test.de.

Medikamentenbe­wertung mit Ampel­system

Ende 2017 sind die Medikamentenbe­wertungen der Stiftung Warentest außerdem in Buch­form erschienen. Der Ratgeber Medikamente im Test vermittelt in kurzer Form Hintergrund­wissen zu verschiedenen Krank­heits­bildern und listet die zugehörigen rezept­pflichtigen und rezept­freien Arznei­mittel in Tabellenform auf – markiert in Ampel­farben von Grün wie „geeignet“ bis Rot wie „wenig geeignet“. Das Buch hat 768 Seiten, kostet 29,90 Euro und kann online in unserem Shop bestellt werden.

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