Medikamente Meldung

Medikamente verschulden mehr als 3 Prozent der Verkehrsunfälle. Das zeigt eine französische Studie.

Studie. Viele Arzneimittel beeinträchtigen Wachheit, Wahrnehmung und Reaktionsschnelle – und damit auch die Fahrtüchtigkeit. In Frankreich tragen sie auf der Packung einen gestaffelten Hinweis. Dabei steht „Level 1“ für ein geringes Risiko, „Level 2“ für ein mittleres und „Level 3“ für ein hohes Risiko. Die Einteilung scheint berechtigt, wie nun eine Studie im Fachjournal „Plos Medicine“ anhand von Polizeistatistiken zeigt. Demnach lassen sich mehr als 3 Prozent aller Verkehrsunfälle in Frankreich auf Medikamente der Stufe 2 und 3 zurückführen. Daher hoffen die Autoren, dass Arzneimittelanwender die Warnhinweise ernst nehmen – und zwar nicht nur in Frankreich.

Hohes Risiko. Zum Level 3 gehören Schlaf- und Beruhigungsmittel, vor allem Benzodiazepine. Sie wirken bei allen Menschen stark dämpfend auf das Gehirn. Niemand sollte sich nach der Einnahme ans Steuer setzen. Nach wie viel Stunden das wieder geht, sagt laut französischem Warnhinweis am besten der Arzt.

Mittleres Risiko. Level 2 umfasst viele Medikamente: Mittel gegen Parkinson, Epilepsie und Schizophrenie, Opioide, viele muskelentspannende Präparate (Muskelrelaxanzien) und Blutdrucksenker sowie manche Antidepressiva und Antihistaminika. Sie alle dämpfen Gehirnfunktionen, die man im Straßenverkehr braucht. Zum Level 2 gehören auch Insulin und sonstige Diabetesmedikamente. Wenn sie den Blutzuckerspiegel zu stark oder zu schwach senken, leidet die Konzentration. Ob und wie stark Level-2-Medikamente der Fahrtüchtigkeit schaden, kann individuell schwanken. Und oft machen sie nur in der Anfangsphase Probleme.

Tipp: Wenn Sie solche Medikamente brauchen, lassen Sie sich vom Arzt oder Apotheker beraten. Bei jedem Medikament lohnt ein Blick in den Beipackzettel oder die Datenbank der Stiftung Warentest (www.medikamente-im-test.de). Und: Solange Sie nicht Auto fahren dürfen, sollten Sie auch keine anderen Fahrzeuge lenken oder Maschinen bedienen.

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