Medienfonds Meldung

Der Film „Das Parfum“ war erfolgreich, der Medienfonds VIP 4, der ihn finanzierte, weniger.

Das Oberlandesgericht (OLG) München hat die Unicredit Bank (ehemals Hypovereinsbank) verurteilt, einem Anleger des Medienfonds VIP 4 Schadenersatz in Höhe von 3 200 Euro plus Zinsen zu zahlen. Die Bank habe ihre Aufklärungspflicht verletzt (Az. 5 U 2034/08).

Der Fonds VIP 4 der VIP Mediengruppe aus Grünberg finanzierte Filmproduktionen. Er wurde 2004 als Steuersparmodell an 5 000 Anleger verkauft und hat ein Volumen von knapp 400 Millionen Euro. Rund 55 Prozent dieses Kapitals stammen von Anlegern, der Rest aus einem Kredit der Hypovereinsbank.

Das Geld floss jedoch nur teilweise in die Filmproduktion. Ein Großteil von rund 70 Prozent ging an die Bank zurück, die damit die Garantiezahlung zum Laufzeitende finanzierte. Diese Konstruktion missfiel der Finanzverwaltung. Sie strich den Anlegern nachträglich die Steuervorteile. Zudem erhielten Anleger weit weniger Erträge als prognostiziert.

Das OLG urteilte nun, dass die Unicredit Bank ihre Informationspflicht verletzt habe. Aufgrund ihres Wissensvorsprungs und ihrer Rolle als Kreditgeberin hätte sie Anleger aufklären müssen, dass nur ein kleiner Teil des Geldes in die Filmproduktion fließe. Das sei besonders wegen der steuerlich bedenklichen Fondskonstruktion nötig gewesen.

Nach Ansicht von Rechtsanwalt Dietmar Kälberer aus Berlin hilft das Urteil auch anderen VIP-4-Anlegern. Wenn es rechtskräftig werde, könnten sie ebenfalls auf Schadenersatz klagen. Die Unicredit Bank will allerdings Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

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