Medienfonds Meldung

Mit Fonds, die Filme wie „Herr der Ringe – die zwei Türme“ ­finanzierten, konnten Anleger bisher kräftig Steuern sparen.

Bundesfinanzminister Hans Eichel will noch in diesem Jahr Vorteile für Beteiligungen an Gesellschaften abschaffen, bei denen das Sparen von Steuern im Vordergrund steht. Für geschlossene Medien-, Wertpapier- und New-Energy-Fonds wie Solar- und Windfonds bedeutet das vermutlich das Aus. Denn die langjährigen Fondsbeteiligungen waren für Anleger hauptsächlich wegen der hohen Verlustzuweisungen attraktiv: Sie konnten diese mit Gewinnen ­anderer Einkunftsarten verrechnen.

Jetzt will Eichel den bisherigen Paragraphen 2 b des Einkommensteuergesetzes durch Paragraph 15 b ersetzen. Das bedeutet: ­Liegen Anfangsverluste über 10 Prozent des eingesetzten Eigenkapitals, könnten sie nicht mehr mit anderen Gewinnen verrechnet werden, sondern nur noch mit Gewinnen derselben Fondsgesellschaft. Damit sinken die Renditen dieser Steuersparfonds von bisher 12 bis 15 auf etwa 4 bis 8 Prozent. Angesichts der Risiken dieser Fonds lohnt sich ein Engagement für Anleger dann nicht mehr.

Nicht betroffen von der Neuregelung sind laut Bundesfinanzministerium (BMF) Fonds, deren Außenvertrieb vor dem 18. März 2005 begonnen hat und denen Anleger bis zum 5. Mai 2005 beigetreten sind.

Auch Venture-Capital- und Private-Equity-Fonds sowie nicht gewerblich tätige Fonds, die in gebrauchte Lebensversicherungen ­investieren, sollen von der Steueränderung nicht betroffen sein.

Das Gesetz zur Steueränderung soll rasch, möglicherweise sogar rückwirkend in Kraft treten, heißt es beim BMF. Es muss aber noch die Hürde des Bundesrats nehmen.

Mögliche Bedenken bei Teilen der CDU könnten eine schnelle Verabschiedung noch verhindern.

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