Medienfonds Meldung

Die Victory Media Gruppe finanzierte mit Anlegergeld bekannte Filme wie "Enzo Ferrari". Doch die Anleger können sich darüber kaum freuen.

Tausende Anleger, die ihr Geld in einen der 24 Medienfonds der Victory Media Gruppe angelegt haben, müssen Steuern plus Zinsen nachzahlen. Viele erhalten zurzeit Post von ihren Finanzämtern, berichtet Rechtsanwältin Katja Fohrer von der Münchener Kanzlei Mattil & Kollegen. Die Anwältin vertritt etwa hundert Geschädigte, die in die über viele Jahre laufenden Filmfonds investiert haben. Die Finanzbehörde erkennt die Herstellereigenschaft des Fonds nicht an, weil der Fonds den Film nicht selbst hergestellt, sondern nur gekauft hat. Die Ausgaben des Fonds seien deshalb Anschaffungskosten. Im Unterschied zu den Herstellerkosten, die Anlegern zu einem großen Steuervorteil im ersten Jahr des Fondsbeitritts verhelfen, müssen Anschaffungskosten steuerlich auf viele Jahre verteilt werden.

Wie berichtet, waren Anlegern bereits die Steuervorteile für andere Medienfonds wie etwa die VIP-Fonds 3 und 4 aberkannt worden. Zwar geht die Fondsgeschäftsführung gegen die Steuerbescheide vor. Die meisten Anleger haben die Steuer aber trotzdem bezahlt, um einen Säumniszins von 6 Prozent pro Jahr zu vermeiden. Den würde das Finanzamt nachträglich kassieren, wenn die Finanzbehörde vor Gericht recht bekäme. Um Steuerhinterziehung und Betrug geht es vor dem Landgericht Augsburg. Dort läuft noch bis September 2010 der Strafprozess gegen den Initiator des Fonds, Franz Landerer.

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