Maul- und Klauenseuche in Stichworten

Maul- und Klauenseuche MKS. Akute, hochansteckende Viruserkrankung bei Tieren (Paarzeher). Typische Merkmale der Krankheit: kleine gelblich weiße Bläschen an Lippen und Maulschleimhaut. Diese so genannten Aphthen sind sehr schmerzhaft. Abschürfung der Haut und Schleimhaut auch im Bereich der Nase, der Klauen und der Zitzen. Bei jungen Tieren führt die Seuche oft zum Tod. Erwachsene Tiere überleben meist. Rinder können das Virus bis zu zwei Jahre in ihrem Körper tragen und verbreiten. Bei einigen Virusstämmen verläuft die Krankheit auch ohne Symptome. Jungtiere verenden dann plötzlich ohne sichtbare Erkrankung.

Betroffene Tierarten. Die Maul- und Klauenseuche betrifft alle Paarzeher: Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Büffel, Rot-, Reh-, Dam- und Schalenwild.

Gefahr für den Menschen. Gering. Das Virus löst beim Menschen im allgemeinen keine oder nur eine milde Erkrankung aus. Auch der Verzehr erkrankter Tiere führt beim Menschen nicht zu nenneswerten Symptomen. Allerdings kann das Virus durch den Menschen auf gesunde Tiere übertragen werden.

Erreger. Ein Virus aus der Familie der Picorna-Viren. Das MKS-Virus widersteht Kälte und Salz. In Stallmist und Jauche bleibt es bis zu zwei Wochen aktiv. Auch in tiefgefrorenem Fleisch und in Pökelfleisch kann sich der Erreger halten. Ebenso in Rohmilch und in ungenügend erhitzten Milchprodukten. Temperaturen über 50 Grad Celsius zerstören das Virus. Gleiches gilt für Säuren mit einem pH-Wert unter 5.

Übertragung. Das Virus wird durch direkten und indirekten Kontakt übertragen. Alle Körperflüssigkeiten und Exkremente sind virushaltig. Besonders gefährlich: Das Virus überlebt auch in einem Gemisch aus Wasser und Luft. Vor allem bei kaltnassem, windigen Wetter kann das Virus große Entfernungen überwinden. Außerdem haftet es an Kleidung und Autoreifen. Infizierte Tiere verbreiten das Virus bereits kurze Zeit nach der Ansteckung.

Ansteckung. Die Tiere infizieren sich über den Schlundkopf. Das ist der Rachenraum zwischen Speiseröhre und Maul. Dort vermehrt sich das Virus und erscheint dann in Blut, Milch und Speichel. In der Folge treten die typischen Schleimhautverletzungen und Bläschen auf. Meist ist die ganze Herde betroffen.

Inkubationszeit. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Seuche beträgt bis zu zwölf Tage. Bei Rindern 2 bis 7, bei Ziegen und Schafen 1 bis 6 und bei Schweinen 2 bis 12 Tage.

Verbreitung. Die Maul- und Klauenseuche ist fast weltweit bekannt. Ausgenommen sind Nordamerika, Australien, Neuseeland, Japan und Teile von Westeuropa. Je nach Region dominieren bestimmte Virustypen. Am häufigsten ausgebrochen ist die Seuche bisher in Südamerika und in Vorderasien, wie dem asiatischen Teil der Türkei.

MKS in Europa. Letzte MKS-Fälle in Europa: Österreich (1981), Schweiz (1980), Deutschland (1988 nordöstlich von Hannover), Italien (1994), Griechenland (1995, 1996, Juli 2000 in der Provinz Evros). Nach den Ausbrüchen in Griechenland von 1996 trat MKS auch in Albanien, im Kaukasus und in Nordafrika auf. Das Virus hat offenbar die Sahara überwunden, die bisher als natürliche Barriere galt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1074 Nutzer finden das hilfreich.