Matratzenkauf und Lattenroste

Lattenroste im Test

Zehn Unterlagen müssen sich mit einer Spanplatte und einem gezimmerten Rost messen lassen – und scheitern kläglich. Das Fazit der Tester gleich vorweg: Die Unterfe­derungen im Test sind nicht empfehlens­wert. Keine bringt mehr als eine Spanplatte, teils verschlechtern sie die Liegeeigenschaften der Matratzen sogar, vor allem für Schläfer in Rückenlage. Wer kein verstell­bares Kopf- oder Fußteil braucht, sollte einen einfachen, möglichst starren Rost wählen – zum Beispiel ein nach unserer Anleitung gebautes Modell.

Matratzenkauf und Lattenroste Testergebnisse für 11 Lattenroste 10/2015

Inhalt

Lattenroste: Von Liegeluxus keine Spur

Das ‚A und O’ für gesundes Liegen“ sei der Lattenrost, behauptet Hersteller Recticel. Seine Swiss­flex-Roste, etwa das 800-Euro-Modell im Test, würden „Liegeluxus vom Allerfeinsten“ bieten. Ähnlich tönen andere Anbieter. Im Prüf­labor finden wir von Liegeluxus keine Spur. Im Gegen­teil. Die Liegeeigenschaften der Matratzen sind auf den Federungen insgesamt schlechter als auf der starren Spanplatte, auf der wir die Qualität von Matratzen prüfen.

Spanplatte versus Hightech

Mit einfachen Latten geben sich viele Hersteller nicht ab. Die Marke Latto­flex beispiels­weise bietet eine „Flügelfe­derung“, Dormiente die „Zirben­holz­teller“ und Dunlopillo „Feder­holz­leisten“. Es sind Elemente, die nachgeben. Fachleute nennen sie deshalb Unterfe­derungen. Mit vier verschiedenen Matratzen haben wir jede Unterfe­derung geprüft: mit einer dünnen und einer dicken aus Kalt­schaum, mit einer aus Latex und einer mit Taschenfederkern. Bei jeder Kombination messen wir, wie gut Personen unterschiedlichen Körperbaus abge­stützt werden, sowohl in Rücken- als auch in Seiten­lage. Vergleichs­maßstab ist die Spanplatte: Sorgt ein Rost für vergleich­bar gute Matratzen­eigenschaften wie die feste Unterlage, soll er das Qualitäts­urteil befriedigend bekommen. Das gelingt allerdings keinem der zehn Prüf­linge für 12 bis 1 060 Euro in allen Punkten. Das Test­ergebnis lautet zehnmal ausreichend.

Schlecht abge­stützt in Rückenlage

Die gekauften Roste haben dasselbe Problem: Rücken­schläfer liegen auf ihnen fast immer schlechter als auf der harten Platte. Die Latten oder Teller geben im Bereich des Rumpfes oder der Schulter zu sehr nach. Das kann für die Seiten­lage sinn­voll sein, wenn die Schultern – wie bei Latto­flex – so weit einsinken, dass die Wirbelsäule eine gerade Linie bildet. Nach­teilig ist es, wenn sich die Person von der Seite auf den Rücken dreht, was im Schlaf oft vorkommt. Dann sinkt der Oberkörper auf der Federung von Latto­flex – übrigens die teuerste Unterlage im Test – zu tief ein und liegt nied­riger als die Beine. Die Position ist unnatürlich. Mangelhaft für Rücken­schläfer ist auch der Einfluss der Roste von Hülsta, Dormiente, Dunlopillo, Ikea und Optimo. Ist es wirk­lich so schwer, eine gute Unterlage zu konstruieren? Nach den Erfahrungen unserer Prüfer sollte ein Lattenrost möglichst starr sein, die Matratze belüften und keine zu großen Abstände zwischen den Latten aufweisen.

Eigenbau sticht die Konkurrenz aus

Die im Test verwendete Spanplatte bietet für den Haus­gebrauch auf Dauer zu wenig Lüftung. Die Prüfer greifen daher zu Brettern, Säge und Bohrer und bauen einen Versuchs­rost. Inner­halb weniger Stunden ist er fertig und bereit, sich zentralen Prüfungen aus unserem Unter­suchungs­programm zu stellen. Das Vorhaben glückt. Der Eigenbau bewahrt die positiven Liegeeigenschaften zweier Prüf­matratzen. Seine Durch­lässig­keit für Feuchte ist immerhin befriedigend. Die Halt­barkeits­tests über­steht er problemlos, ebenso die Sicher­heits­prüfung. Rechnet man die Ergeb­nisse der Beispiel­messungen zusammen, ergibt sich das Qualitäts­urteil befriedigend. Das wäre der Testsieg für den Eigenbau zur Video-Anleitung zum Eigenbau.

Immerhin: Latten sind Jahr­zehnte halt­bar

Matratzenkauf und Lattenroste - Auf diese Bluffs sollten Sie nicht reinfallen
Crashtest. Alle Roste halten stand, wenn ein 25-Kilo-Gewicht auf sie fällt. © Stiftung Warentest

Nicht in allen Prüf­punkten enttäuschen die gekauften Bett­federungen: Sämtliche Roste sind sehr gut halt­bar. Ihnen schadet es weder, wenn ein Gewicht von 25 Kilogramm auf sie kracht, noch wenn eine 140-Kilo-Walze 60 000 Mal über sie rollt.

Tipp: Nutzen Sie eine Matratze aus hygie­nischen Gründen nur acht bis zehn Jahre. Ein Rost hält aber locker doppelt so lange. Ist er weder durch­gebogen noch beschädigt, brauchen Sie keinen neuen.

In puncto Verstell­möglich­keiten haben mehrere Prüf­linge dem selbst­gebauten etwas voraus: Bei ihnen lassen sich Kopf- und Fußteil ein wenig aufrichten, aber nur Hülsta schafft eine bequeme Sitz­position. Bei sieben der zehn geprüften Unterlagen können Nutzer die Härte regulieren, etwa indem sie an den Tellern drehen oder Leisten verschieben. Wie das geht, müssen die Käufer meist selbst heraus­finden. Fast keine Anleitung informiert darüber, welche Änderung welche Wirkung erzielt.

Lattenroste: Das Fazit der Tester

Die Unterfe­derungen im Test sind nicht empfehlens­wert. Keine bringt mehr als eine Spanplatte, teils verschlechtern sie die Liegeeigenschaften der Matratzen sogar, vor allem für Schläfer in Rückenlage. Wer kein verstell­bares Kopf- oder Fußteil braucht, sollte einen einfachen, möglichst starren Rost wählen – zum Beispiel ein nach der Anleitung unten gebautes Modell. Faust­regel für Heim­werker: Etwa die Hälfte der Matratze soll von unten Luft bekommen, sonst droht Schimmel.

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223 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Tomatenbrot am 26.03.2022 um 16:46 Uhr
Lattenrost nachgebaut

Nachdem ich mir eine neue Matratze (auch Testsieger) gekauft habe, merkte ich den negativen Effekt meines viel zu weichen Lattenrost (7-Zonen Flex, Blabla). Ich hatte fast das Gefühl, dass das Bett nicht ganz eben Stand.
Darauf habe ich mir jetzt diesen Lattenrost gebaut. Erstmal für eine Hälfte des Bettes (160x200).
Was für ein Unterschied. Endlich konnte ich vernünftig liegen. Der Einsinkeffekt ist jetzt richtig dosiert und nicht aufgrund eines zusätzlich nachgebenden Lattenrost zu übertrieben. Allerdings kostet das Material jetzt 70€ und nicht wie im Artikel angegeben 36€. Holz ist sehr teuer geworden.
In der nächsten Woche folgt dann der Rahmen für die zweite Betthälfte.
Übrigens kostet mittlerweile selbst ein günstiger Lattenrost mit Rahmen annähernd 90€.
Der Selbstbau lohnt sich also und das Ergebnis hat mich überzeugt.

testo22 am 09.01.2022 um 15:41 Uhr
Ausprobiert

Ich hab den Selbstbau Lattenrost ausprobiert. Ergebnis: Die Liegeeigenschaften verschlechtern sich erheblich.
Was bringen mir die besten Expertenmeinungen wenn ich nicht mehr schlafen kann und deutlich schlechter liege?

widescreen am 25.02.2021 um 15:25 Uhr
Statt DIY einen starren Lattenrost kaufen

Den gleichen Gedanken wie 'immerdiesenutzernamen' hatte ich auch. Lattenroste kosten so ab 40 €, das DIY-Material kostet 35 € - der Eigenbau lohnt sich nicht wirklich, nur wenn man Lust am Handwerken hat. Mein Tipp: Nach dem Suchbegriff 'Starrer Lattenrost' suchen, und einen nehmen, der stabil wirkt, und die Kriterien von mind. 50% Durchlüftung erfüllt - seltsamerweise gibt es nämlich viele, die stärker geschlossen sind.

immerdiesenutzernamen am 20.02.2021 um 16:39 Uhr
Den DYS Lattenrost irgendwo kaufen?

Hallo, weiß jemand, ob man so einen "Marke Eigenbau" Lattenrost nach der Empfehlung von Test.de irgendwo kaufen kann?
Mir ist klar, dass 35 EUR im Baumarkt super sind, aber wenn man einfach keine Zeit und Lust hat sich alles zu besorgen und aufzubauen muss es doch irgendwo einen absolut simplen Lattenrost zu kaufen geben, der von Stiftung Warentest empfohlen würde?? Hat jemand einen Tipp?

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.01.2021 um 11:13 Uhr
Lattenrost bei 140 cm Breite

@Bre01: Ja, das ist korrekt. (Se)