Matratzen im Test

Geänderte Unter­suchungs­methodik (2021 bis einschließ­lich 3/2022)

Datum:
  • Text: Stephan Scherfen­berg
  • Testleitung: Sarah Vasconi
  • Leitung Faktencheck: Dr. Claudia Behrens

Auf Matratzen mit mehr als 140 Zenti­meter Breite prüfen wir die Beein­flussung durch den Partner mit. Die Druck­verteilung bewerten wir kritischer. Das Urteil Beein­trächtigung durch Nässe entfällt. Die Ergeb­nisse unterschieden sich nur wenig.

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Liegeeigenschaften: 40 %

Matratzen im Test - Erhol­sam schlafen – auf Schaum­stoff, Latex, Federkern

Im Institut. Der Prüf­aufbau zeigt, wo der Körper einsinkt. © Stiftung Warentest

Die Matratzen wurden auf einer starren Unterlage geprüft. Mit vier Körperbautypen (H-, E-, I-, A-Typ) ermitteln wir, wie die Matratzen die Prüf­person in Rücken- und Seiten­lage abstützt, jeweils vor und nach dem Dauer­test. Wir bewerteten den Lage­änderungs­widerstand, die Druck­verteilung, ob die Schultern in Rückenlage nach oben drücken (Schulterklapp­effekt).

Für die Komfort­eigenschaften prüften wir Punktelastizität, Nach­schwing­verhalten, ob es zu einem spür­baren Kontakt mit dem Lattenrost kommt, welche Geräusche die Matratze bei Lage­änderung macht.

Bei den 140 Zenti­meter breiten Matratzen prüften wir zusätzlich den Einfluss des Part­ners, der Part­nerin. Neben vier Personen (H-, E-, I-, A-Typ) wurde jeweils eine Person (H-Typ) gelegt, die Wirbelsäulen­abstüt­zung in Rücken- und Seiten­lage ermittelt, verglichen und bewertet. Ob die Bewegungen des Part­ners spür­bar sind, prüften wir mit herab­fallendem Gewicht und Beschleunigungs­messer. Je mehr Bewegungen auf der Part­nerseite ankamen, desto schlechter. Der Roll-Together-Test prüft, wie stark Partner aufeinander zurollen.

Halt­barkeit: 25 %

Matratzen im Test - Erhol­sam schlafen – auf Schaum­stoff, Latex, Federkern

Dauer­walz­versuch. Damit simulieren wir die Abnut­zung der Matratzen in acht Jahren. © Stiftung Warentest

Im Dauer­walz­versuch rollten wir eine 140-Kilo-Walze 60 000 Mal über die Matratze. Das simuliert die Abnut­zung in acht Jahren. Die Prüfung wird in Anlehnung an die Din EN 1957:2013 durch­geführt.

In der Klima­prüfung testeten wir Härte- und Höhen­beständig­keit unter Feuchtig­keits- und Temperatur­einfluss. In einer Klimakammer wird die Matratze zunächst 24 Stunden bei 37 Grad Celsius und relativer Feuchte von 80 Prozent vorkonditioniert, dann 16 Stunden mit einer Gewichts­kraft von 1 000 Newton belastet. Es werden Höhe, Härte und Federkenn­linie (Kraft/Weg-Diagramm) der Matratze vor und 24 Stunden nach dieser Belastung bei 23 Grad Celsius und 50 Prozent relativer Luft­feuchte ermittelt. Die Prüfungen der Höhe, Härte und Federkenn­linie werden in Anlehnung an Din EN 1957:2013 durch­geführt.

Bezug: 10 %

Wir bewerteten Wasch­barkeit, Wiederbe­zug, Verarbeitung und Knötchen­bildung (Pilling). Die Neigung zum Pilling prüfen wir in Anlehnung an die Din EN Iso 12945–2:2000–11.

Gesundheit und Umwelt: 10 %

Raum­luft­belastung: Messung flüchtiger organischer Stoffe 3 und 28 Tage nach dem Auspacken. Acht Prüf­personen ermittelten zu gleichen Zeit­punkten und direkt nach dem Auspacken die Geruchs­belästigung. Schad­stoffe wie Pestizide, Weichmacher, flamm­hemmende Zusätze, Organozinn- und andere halogen­organische Verbindungen prüften wir in Bezügen und im Matratzen­inneren. Unter Entsorgung bewerteten wir, wie gut sich Matratzen­bestand­teile trennen lassen.

Hand­habung: 5 %

Drei Experten prüften die Funk­tion der Griffe und das Trans­portieren und Wenden der Matratze.

Deklaration und Werbung: 10 %

Wir beur­teilten Angaben zu Material und Aufbau der Matratzen sowie Werbeaussagen, zum Beispiel zum Härtegrad, zu Gesundheit und Umwelt.

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Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Mängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit Stern *) gekenn­zeichnet. Sind die Urteile gleich oder gering­fügig schlechter als die auslösenden Noten, ergeben sich nur geringe negative Auswirkungen. Je schlechter die Urteile, desto stärker ist der jeweilige Abwertungs­effekt. Die Stiftung Warentest wendet bei Matratzen folgende Abwertungen an:

  • Liegeeigenschaften: Ab Gut (2,1) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Halt­barkeit: Ab Ausreichend (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Bezug: Ab Ausreichend (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Gesundheit und Umwelt: Ab Ausreichend (3,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Hand­habung: Ab Mangelhaft (4,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab.
  • Deklaration und Werbung: Ab Mangelhaft (4,6) werten wir das test-Qualitäts­urteil ab
  • Rücken- oder Seiten­lage: Ist ein Urteil für einen Körpertypen befriedigend oder schlechter, werten wir die Liegeeigenschaften ab.
  • Einfluss des Part­ners: Ab Ausreichend (3,6) werten wir die Liegeeigenschaften ab.
  • Druck­verteilung: Ab Mangelhaft (4,6) werten wir die Liegeeigenschaften ab.
  • Schulterklapp­effekt: Ab Mangelhaft (4,6) werten wir die Liegeeigenschaften ab.
  • Dauer­walz­versuch: Ab Ausreichend (3,6) werten wir die Halt­barkeit ab.
  • Einfluss von Feuchtig­keit und Temperatur: Ab Ausreichend (3,6) werten wir die Halt­barkeit ab.
  • Wasch­barkeit: Ab Mangelhaft (4,6) werten wir die Halt­barkeit ab.
  • Verarbeitung: Ab Ausreichend (3,6) werten wir die Halt­barkeit ab.
  • Raum­luft­belastung: Das Gruppen­urteil Gesundheit und Umwelt konnte nur so gut sein wie das schlechteste Einzel­urteil.
  • Geruchs­belästigung: Ab Ausreichend (3,6) werten wir Gesundheit und Umwelt ab.
  • Schad­stoffe: Das Gruppen­urteil Gesundheit und Umwelt kann nur so gut sein wie das schlechteste Einzel­urteil.

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1770 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Kommentarliste

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

  • Profilbild Stiftung_Warentest am 28.07.2025 um 11:34 Uhr
    180x200 cm oder lieber 2 x 90x200 cm?

    @anokata: Je nach Gewicht, Größe und Körperbau hat jeder Mensch eigene Ansprüche an eine Matratze. Deshalb ist es oft sinn­voller, wenn auch bei Paaren jeder oder jede jeweils eine eigene Matratze hat. Übrigens: Es gibt Hersteller, die eine Matratze mit zwei unterschiedlich harten Kernen ausstatten und in einen Bezug stecken. Dann gibt es keine Besucherritze.

  • anokata am 27.07.2025 um 22:13 Uhr
    Testsieger nicht im Maß 180x200 cm

    Schade, dass es den Testsieger nicht im Maß 180x200 cm gibt. Ich glaube, zwei Matratzen à 90 cm Breite machen sich nicht gut. Und Sie haben ja mal empfohlen, keinen Topper zu verwenden.

  • Profilbild Stiftung_Warentest am 15.07.2025 um 11:11 Uhr
    Nachfrage zum Waschen der Matratzenbezüge

    @nils1896: In der Regel kommt auf die neue Matratze ein Bettlaken bzw. Betttuch drauf und eventuell ein Matratzenschoner. Die Bettlaken werden regelmäßig gewaschen. Dadurch ist ein direkter Hautkontakt mit dem Bezug der Matratze nicht gegeben und ein Vorab-Waschen des Bezugs nicht unbedingt notwendig.
    Bei starkem Schwitzen und nach kleinen "Unfällen" kann eine Reinigung des Matratzenbezugs notwendig sein.

  • nils1896 am 12.07.2025 um 07:55 Uhr
    Vor erster Benutzung waschen?

    Bei Kleidung ist ja normalerweise empfohlen, diese vor der ersten Benutzung zu waschen. Gilt das auch für Bezüge von Matratzen? Wenn ich eine Matratze nehme, die beim Test der Schadstoffe ++ stehen hat, ist das dann nötig?

  • Profilbild Stiftung_Warentest am 03.07.2025 um 16:33 Uhr
    Neue Körpertypen & Personen mit extrem schmalen Schultern

    @Ari00: Mit unseren sieben Körperbautypen repräsentieren wir verschiedene Verhältnisse zwischen Becken, Taille und Schulter, die der menschliche Körper aufweisen kann. Ihr individueller Körper muss nicht auf alle diese Körperformen passen, dass kann er auch gar nicht. Bei der Wahl einer Matratze, die für Ihre Körperform passen soll, können Sie sich an den Ergebnissen orientieren, die für Probanden mit Ihrer Körperform ermittelt wurden. Haben Sie breite Schultern, eine schmalere Hüfte und eine ähnlich schmale Taille, dann orientieren Sie sich an dem "Trapez".
    Die von Ihnen angesprochene "normale" Statur ist mit der "Säule" abgedeckt. Hierbei sind Schultern, Taille und Hüfte ähnlich breit.
    Schwere und große Personen fordern eine Matratze stärker als kleine und leichte Personen. Das haben unsere eigenen Prüfungen mit verschiedenen Körperbautypen und Expertengespräche ebenfalls bestätigt. Wir konnten auch feststellen, dass bei einem Großteil der Prüfungen die schwere Ausprägung eines Körpertypen Rückschlüsse auf die Ergebnisse einer leichten Person des gleichen Körpertyps zuließen. War die Matratze nicht für den größeren und schweren Typen passend, galt das auch für die kleiner und leichte Person.
    Somit stellt das Prüfen mit mittelschweren bis schweren und mittelgroßen bis großen Probanden eine Art Worst-Case-Szenario dar und man kann trotzdem noch Rückschlüsse auf Defizite für die kleine und leichte Ausprägung der Körperformen schließen.
    Auch wenn wir unsere Tests auf weitere Körpertypen ausgeweitet haben, können wir leider nicht alle Perzentile prüfen und abbilden. Die sieben anstelle der vormals vier Körpertypen - wobei ein Typ lediglich in klein und leicht und groß und schwer geprüft wurde, aber keine anderen Proportionen aufwies - sollen den Lesenden helfen ihre Körperform wiederzufinden. Das sollte aufgrund der größeren Auswahl an Formen nun hoffentlich besser möglich sein.