Matratzen im Test

Tipps für Kauf und Pflege

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Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl Ihrer Matratze. Und liegen Sie zur Probe. Eile beim Matratzenkauf kann sich rächen. Wir zeigen, worauf Sie beim Kauf und bei der Pflege achten sollten.

Matratzen im Test Testergebnisse für 252 Matratzen

Inhalt

Darauf sollten Sie beim Matratzenkauf achten

Zeit nehmen. Gleichen Sie Ihre Anforderungen an eine Matratze mit unseren Test­ergeb­nissen ab. Schauen Sie sich die von test.de empfohlenen Matratzen genau an. Kaufen Sie nicht im Vorüber­gehen. Besuchen Sie mehrere Geschäfte.

Probeliegen. Testen Sie, ob die Matratze hart oder weich genug für Sie ist. Oft unterscheidet sich die deklarierte Matratzenhärte von den Prüf­ergeb­nissen der Stiftung Warentest. Die Härte hat keinen mess­baren Einfluss darauf, ob eine Matratze gut abstützt, kann allerdings beim persönlichen Komfort eine große Rolle spielen. Drehen Sie sich hin und her, setzen Sie sich auf und legen Sie sich wieder hin. Wenn Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Part­nerin gemein­sam eine Matratze im Handel kaufen, sollten Sie beide probeliegen.

Probeschlafen. Noch besser als Probeliegen ist das Probeschlafen zu Hause − in Ihrem eigenen Bett, mit Ihrem Kissen und Ihrer Bett­decke. Wir empfehlen, einige Nächte auf der Matratze zu schlafen, damit Sie sich ein voll­umfäng­liches Bild machen können. Wenn möglich, vereinbaren Sie mit dem Händler, dass Sie die Matratze zu Hause ausprobieren dürfen – mit der Möglich­keit, sie im Zweifels­fall zurück­geben zu können.

Zonierung. Viele Anbieter werben damit, dass ihre Matratzen unterschiedliche Zonen aufweisen. Wir messen das nach, bewerten die Zonierung aber nicht: Entscheidend ist, wie gut die Matratze abstützt. Das bewerten wir für verschiedene Körpertypen in Seiten- und Rückenlage.

Preis. Teuer heißt nicht auto­matisch gut: Modelle für mehrere Tausend Euro haben in unseren Tests nicht unbe­dingt besser abge­schnitten als solche für rund 100 Euro. Dennoch haben die verschiedenen Materialien ihren Preis: Latex­matratzen etwa sind in der Herstellung aufwendiger und damit teurer als Schaum­stoff.

Video: Sechs Tipps für den Matratzenkauf

Rücken­schläfer, Seiten­schläfer – wie wählt man die passende Matratze aus? Und worauf lohnt es sich sonst noch zu achten? Unser Video enthält sechs Tipps für den Matratzenkauf.

Umtausch – online und im Laden

Im stationären Handel gekaufte Matratze umtauschen. Im Laden gekaufte Matratzen lassen sich nur dann zu Hause probeliegen und bei Nicht­gefallen zurück­geben, wenn Verkäufer dies erlauben, was einige tun. Im Gegen­zug dürfen Verkäufer Bedingungen für eine Rück­nahme stellen. Sprechen Sie die Rück­gabe-Modalität beim Kauf an − und lassen Sie sich eine eventuelle Zusage des Händ­lers schriftlich geben. Wer ein uneinge­schränktes Rück­gaberecht möchte, kann versuchen, dies auszuhandeln.

Online gekaufte Matratze umtauschen. Das Recht auf Widerruf einer per Katalog oder online aufgegebenen Bestellung binnen 14 Tagen gilt auch für Matratzen – und zwar sogar dann, wenn Sie die Matratze ausgepackt und darauf probegeschlafen haben. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Az. VIII ZR 194/16).

Rück­gabefristen von Händ­lern. Viele Versandhändler gewähren sogar Rück­gabefristen von mindestens 100 Tagen. Weil Händler dies freiwil­lig tun, können sie allerdings Bedingungen für die Rück­nahme stellen. Mitunter müssen Matratzen dann beim Probeliegen einge­schweißt bleiben. Das kann die Liegeeigenschaften verfälschen. Auch Rück­sende­kosten müssen Händler nicht über­nehmen. Das könnte bei Sperr­gut wie Matratzen teuer werden. Um hohe Kosten zu vermeiden, bestellen Sie bei einem Händler, der die Rück­sendung bezahlt. Das tun sehr viele.

Nach 100 Tagen auf dem Müll

Einhundert Tage Probeliegen – so oder ähnlich werben viele Anbieter. Aber was passiert mit den Matratzen, wenn es mal nicht passt? Wir haben 21 Anbieter und Händler befragt, wie sie mit zurück­gegebenen Matratzen umgehen – alle aus dem Test im März 2022 und sieben weitere markt­führende Unternehmen. Von 18 Anbietern erhielten wir eine Antwort.

Zweite Chance eher selten.
Gemäß den Angaben der Anbieter landen viele Matratzen nach dem Probeliegen auf dem Müll − aber nicht alle: Allnatura reinigt und verkauft Matratzen, die einwand­frei zurück­kommen, als B-Ware weiter. Der Rest gehe als Spende an gemeinnützige Organisationen, teilte Allnatura mit. Anbieter Emma bereitet Retouren zum vergüns­tigten Modell Emma One Second Life auf. Für im Ausland verkaufte Matratzen gilt dies jedoch nicht. HN8 verkauft korrekt retournierte Matratzen an Sonder­postenhändler.
Ohne Umweg in den Müll.
Billerbeck Betten und Matratzen Concord gaben an, alle Rück­läufer, egal welchen Zustands, zu entsorgen. Lidl schickt zumindest original­verpackte Matratzen wieder in den Verkauf, so das Unternehmen. Der Rest aus Schaum­stoff werde verbrannt. Bei Bett1 hingegen gehen alle retournierten Matratzen in Flammen auf. MFO verkauft nach eigener Aussage die einwand­freien Retouren als B-Ware, alle anderen werden entsorgt. Bei Ikea landen sie manchmal gereinigt in der Fund­grube, manchmal im Müll.
Wort­karge Anbieter.
Breckle Nort­heim, Otto und Schlaraffia haben bis Redak­tions­schluss keine Antwort darauf gegeben, wie sie mit retournierten Matratzen umgehen.

So pflegen Sie Ihre Matratze richtig

Drehen und Wenden. Wenden Sie die Matratze bei jedem Wechsel der Bett­wäsche, spätestens aber alle drei Monate. Tauschen Sie, wenn es die Zonierung zulässt, dabei auch Kopf- und Fuß­ende. Dadurch wird die Matratze gleich­mäßig abge­legen.

Belüftung. Decken Sie die Matratze tags­über nicht ab, sondern lassen Sie sie auslüften. Damit sich Hausstaubmilben in der Matratze nicht zu stark vermehren und kein Schimmel entsteht, sollten Sie außerdem darauf achten, dass die Matratze auch von unten gut belüftet wird. Dafür eignen sich am besten Betten ohne Bett­kasten. Nach acht bis zehn Jahren sollten Sie sich aus Hygienegründen eine neue Matratze anschaffen.

Auflagen. Ist die Matratze von einem Schoner und einer Auflage umgeben, kann sie aufgenom­mene Feuch­tigkeit schlecht abgeben, schlimms­tenfalls schimmelt sie. Zudem verändern Auflagen die Liegeeigenschaften – zum Beispiel können Schulter- und Beckenzone ihre Wirkung verlieren. Sinn­voll sind Auflagen meist nur für Menschen mit Inkontinenz. Für alle anderen genügt es, den Bezug regel­mäßig zu waschen.

Matratzen im Test Testergebnisse für 252 Matratzen

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1617 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Sunshinbalu am 02.10.2022 um 12:33 Uhr
Frechheit!

Achtung! Unter dem Begriff "Kindermatratze" werden nur Matratzen mit der Größe 90*200 geführt. Wer auf der Suche nach einer Matratze für ein Kinderbett ist, muss einen anderen Test kaufen. Das wird allerdings erst ersichtlich, wenn man diesen Test bereits bezahlt hat. Frechheit!

Profilbild Stiftung_Warentest am 09.09.2022 um 15:07 Uhr
Matratzenauflage und -schoner

@matthi.gansert: Achten Sie darauf, dass die Matratzenauflage und -schoner atmungsaktiv sind. Wenn sie beispielsweise einen Nässeschutz haben, können sie die Belüftung der Matratze stark einschränken und somit Schimmelbildung verursachen. Milbenallergikern empfehlen wir "Encasings".

matthi.gansert am 08.09.2022 um 10:56 Uhr
Aussagen zu Auflagen widersprüchlich

Die folgenden beiden Aussagen im Artikel unter „4. Antworten auf die wichtigsten Fragen“ widersprechen sich meines Erachtens:
„Als Puffer zwischen Matratze und Schlafendem bietet eine Matratzenauflage aus hygienischer Sicht einige Vorteile. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit und Hautschuppen in die Matratze einwandern und entzieht so Hausstaubmilben, Pilzen und anderen Mikroorganismen einen erheblichen Teil ihrer Lebensgrundlage.“
„Gegen Auflagen spricht zudem, dass sie die Belüftung der Matratze einschränken. In gut durchlüfteten Matratzen nisten sich weniger Milben und Schimmelpilze ein.“
Was ist nun korrekt?

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.08.2022 um 17:08 Uhr
Badenia Trendline BT1000 Classic, Härtegrad

@Maggifix88: Die vom Anbieter mit „Härtegrad H4 fest“ deklarierte Matratze Badenia Trendline BT1000 Classic ist laut Laborergebnis mittelfest. Ob Federkernmatratzen oder Schaumstoffmatratzen – die Härteangaben der Hersteller stimmen häufig nicht. Die Stiftung Warentest ermittelt bei ihren Matratzen-Tests die Matratzenhärte im Labor.

Maggifix88 am 25.08.2022 um 08:41 Uhr
Härtegrad Kinder an einem Beispiel

Liebes Team der Stiftung Warentest,
ich möchte gerne eine Matratze für meinen Sohn 30kg kaufen. Wenn ich bei den gesamten ca. 240 Matratzen - Testergebnissen ankreuze "Kinder", dann bleiben noch 26 Matratzen übrig. Von diesen wähle ich beispielsweise die Badenia BT1000 Classic. Diese Matratze haben Sie in H4 getestet und für Kinder als geeignet beschrieben.
Der Hersteller sagt aber H4 wäre für 100-120kg geeignet. Müsste ich mich nicht dann nach den Herstellerangaben richten? Dann wäre H2 von 0-80kg die richtige Wahl....
Es geht mir nur darum den richtigen Härtegrad herauszufinden.
Mit freundlichen Grüßen