Methodik: Wir ermittelten die ökologische Belastung durch Matratzen über ihren gesamten Lebenszyklus. Einzelne Umweltfolgen haben wir gewichtet und zu Umweltschadenpunkten zusammengerechnet. Die Berechnung erfolgte auf Grundlage der Ökobilanz-Datenbank Ecoinvent 3.8.
Bewertung: Die Bewertung erfolgte anhand der ReCiPe Methode. Im Einzelnen betrachteten wir die Produktion, den Transport, die Nutzung und Entsorgung. Wir gewichteten die Umweltfolgen aus 18 Wirkungskategorien wie Klimawandel, Ozonabbau, Feinstaub, Gewässerbelastung, Rohstoff- und Wasserverbrauch. Je mehr Umweltschadenspunkte eine Matratze bekam, desto schlechter ist sie für die Umwelt.
Mehr Informationen zur ReCiPe-Methode bietet das niederländische Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (auf Englisch).
Vorgehensweise: Um die Umweltfolgen zu berechnen, führten wir eine Sachbilanz der Matratze durch und bestimmten die wesentlichen Prozesse und Materialien aus Produktion, Transport, Nutzung und Entsorgung.
Produktion: Anhand der Daten unserer bisherigen Warentests wählten wir je ein repräsentatives Modell in den Maßen 90 x 200 cm für jeden Matratzentyp (Schaumstoff, Taschenfederkern, Latex). Wir gingen von einem Kunstfaserbezug aus. Hinzu kam die Verpackung aus Folie und Karton.
Transport: Für den Transport der Matratze berücksichtigten wir die Strecken von der Herstellung zum Kunden (Onlinekauf) und später zur Entsorgung.
Nutzung: Unter dem Punkt Nutzung berechneten wir das Waschen des Bezugs einmal pro Jahr bei 60 Grad Celsius und halber Beladung der Maschine. Wir nahmen eine Nutzungszeit von acht Jahren an.
Entsorgung: Die Entsorgung erfolgte durch thermische Verwertung in einer Müllverbrennungsanlage. Durch den Wärmegewinn während der Verbrennung kann es zu Gutschriften (negative Umweltschadenspunkte) kommen. Für die Federkernmatratze kalkulierten wir, dass der Stahlanteil recycelt wird.
Weitere Szenarien: Neben den drei Matratzentypen betrachteten wir die Auswirkungen des Bezugs. Wir berechneten die Umweltschadenspunkte für die Schaumstoffmatratze mit einem Baumwoll- anstelle des Synthetikbezugs. Zum anderen verglichen wir die Ökobilanzen einer Latexmatratze (80 % synthetischer Latex, 20 % Naturlatex) und einer Naturlatexmatratze (80 % Naturlatex, 20 % synthetischer Latex).
Kommentarliste
Nutzerkommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.
@anokata: Je nach Gewicht, Größe und Körperbau hat jeder Mensch eigene Ansprüche an eine Matratze. Deshalb ist es oft sinnvoller, wenn auch bei Paaren jeder oder jede jeweils eine eigene Matratze hat. Übrigens: Es gibt Hersteller, die eine Matratze mit zwei unterschiedlich harten Kernen ausstatten und in einen Bezug stecken. Dann gibt es keine Besucherritze.
Schade, dass es den Testsieger nicht im Maß 180x200 cm gibt. Ich glaube, zwei Matratzen à 90 cm Breite machen sich nicht gut. Und Sie haben ja mal empfohlen, keinen Topper zu verwenden.
@nils1896: In der Regel kommt auf die neue Matratze ein Bettlaken bzw. Betttuch drauf und eventuell ein Matratzenschoner. Die Bettlaken werden regelmäßig gewaschen. Dadurch ist ein direkter Hautkontakt mit dem Bezug der Matratze nicht gegeben und ein Vorab-Waschen des Bezugs nicht unbedingt notwendig.
Bei starkem Schwitzen und nach kleinen "Unfällen" kann eine Reinigung des Matratzenbezugs notwendig sein.
Bei Kleidung ist ja normalerweise empfohlen, diese vor der ersten Benutzung zu waschen. Gilt das auch für Bezüge von Matratzen? Wenn ich eine Matratze nehme, die beim Test der Schadstoffe ++ stehen hat, ist das dann nötig?
@Ari00: Mit unseren sieben Körperbautypen repräsentieren wir verschiedene Verhältnisse zwischen Becken, Taille und Schulter, die der menschliche Körper aufweisen kann. Ihr individueller Körper muss nicht auf alle diese Körperformen passen, dass kann er auch gar nicht. Bei der Wahl einer Matratze, die für Ihre Körperform passen soll, können Sie sich an den Ergebnissen orientieren, die für Probanden mit Ihrer Körperform ermittelt wurden. Haben Sie breite Schultern, eine schmalere Hüfte und eine ähnlich schmale Taille, dann orientieren Sie sich an dem "Trapez".
Die von Ihnen angesprochene "normale" Statur ist mit der "Säule" abgedeckt. Hierbei sind Schultern, Taille und Hüfte ähnlich breit.
Schwere und große Personen fordern eine Matratze stärker als kleine und leichte Personen. Das haben unsere eigenen Prüfungen mit verschiedenen Körperbautypen und Expertengespräche ebenfalls bestätigt. Wir konnten auch feststellen, dass bei einem Großteil der Prüfungen die schwere Ausprägung eines Körpertypen Rückschlüsse auf die Ergebnisse einer leichten Person des gleichen Körpertyps zuließen. War die Matratze nicht für den größeren und schweren Typen passend, galt das auch für die kleiner und leichte Person.
Somit stellt das Prüfen mit mittelschweren bis schweren und mittelgroßen bis großen Probanden eine Art Worst-Case-Szenario dar und man kann trotzdem noch Rückschlüsse auf Defizite für die kleine und leichte Ausprägung der Körperformen schließen.
Auch wenn wir unsere Tests auf weitere Körpertypen ausgeweitet haben, können wir leider nicht alle Perzentile prüfen und abbilden. Die sieben anstelle der vormals vier Körpertypen - wobei ein Typ lediglich in klein und leicht und groß und schwer geprüft wurde, aber keine anderen Proportionen aufwies - sollen den Lesenden helfen ihre Körperform wiederzufinden. Das sollte aufgrund der größeren Auswahl an Formen nun hoffentlich besser möglich sein.