Matratzen Test

Matratzen auf denen die Schlafende sanft schwebt, Mehrzonenmatratzen, die sich dem Körper optimal anpassen und spe­zielle Bezüge, die auch Aller­giker ungestört träumen lassen: Die Matratzen­hersteller versprechen viel und halten wenig. Im Test: 24 Matratzen mit Schaum­stoff, Latex, Federkern, Taschenfederkern oder Wasserkern. Nur 10 sind gut. test.de zeigt die Highlights aus vier Matratzentests und sagt, wie Sie eine gute Matratze finden.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Matratzen

Teuer ist nicht gleich gut

Eine teure Unterlage ist kein Garant für guten Schlaf. Beispiel: Die Softsleep-Schaumstoffmatratze mit Wasserkern. Preis in der Standardausführung (90x200 cm): stolze 875 Euro. Entspannt und „sanft schwebend“ soll der Schlafende darauf ruhen – sagt die Werbung. Funktioniert nicht – zeigt der Test. Die Softsleep-Matratze stützt den Körper nur befriedigend. Sie hat die schlechtesten Liegeeigenschaften im Test. Der Wasserkern bringt keinen Vorteil. Im Gegenteil: Normale Schaumstoffmatratzen sind besser. Auch das echte Wasserbettgefühl fehlt. Die Tester vermissten das typische Schaukeln und Glucksen.

875 Euro verflossen

Schlimmer noch – die Wasserkernmatratze kann unbrauchbar werden. Hintergrund: Im Inneren der Wasserkammer befindet sich ein „selbst-stabilisierendes Schaumstoff-Inlet“. Wenn das beim Transport verrutscht, ist die Matratze dahin. Ein spezielles Umzugsset soll das verhindern. Das Zubehör muss allerdings beim Händler bestellt werden. Wer den Hinweis in der Anleitung übersieht, riskiert die ganze Matratze. Im Test rutschte der nasse Schaumstoff in die hinterste Ecke. Dort blieb er auch - trotz aller Versuche, seine Lage zu korrigieren. Statt „sanftem Schweben“ nun bodenloser Fall: 875 Euro sind buchstäblich verflossen. „Mangelhaft“ lautet deshalb das Urteil für die Handhabung der Softsleep-Matratze.

Werbelyrik enttarnt

Auch die Werbelyrik anderer Anbieter entpuppt sich oft als Flop. Beispiel: Malie Bio Fema. Die Latexmatratze hat fünf Liegezonen, behauptet der Hersteller. Sie passe sich optimal an den Körper an. Wie zum Beweis haben die Mecklenburgischen Matratzenwerke fünf Liegezonen in den Bezug gesteppt. Werbewirksam – aber gemogelt: Der Latexkern unter dem Bezug ist in allen fünf Zonen gleich. Die Stiftung Warentest hat beim Hersteller nachgehakt. Der will seine Werbung nun ändern. Höchste Zeit: Die Flunkerei ist überflüssig. Die Bio Fema Latexmatratze stützt den Körper gut: mit nur einer Zone.

Viele Zonen bringen nichts

Trotzdem sind Mehrzonenmatratzen en vogue. Anbieter und Verkäufer überschlagen sich in der Werbung für solche Matratzen: Fünf , sieben oder gar neun Zonen sollen den Körper stützen. Das ist theoretisch sinnvoll, praktisch aber kaum umsetzbar. Die Matratzen müssten maßgeschneidert werden, damit die Zonen zum Schlafenden passen. Im Test stützen die Mehrzonenmatratzen nicht besser als gute Matratzen mit nur einer Zone. Wichtig ist vielmehr, dass die Matratze zum Schlafenden passt. Faustregel: Harte Matratzen stützen schwere Menschen besser ab; weiche Matratzen sind für zierliche Personen oft angenehmer. Probeliegen ist in jedem Fall Pflicht.

Staubfrei träumen

Auch Allergiker sollten von Ihrer Matratze keine Wunder erwarten. Obgleich die Werbung sie verspricht. Bezüge aus speziell gereinigter Baumwolle sollen die Allergiegefahr „auf natürliche Weise“ bekämpfen. Der Anbieter f.a.n. geht für seine Schaumstoffmatratze ProVita Thermomed II sogar noch weiter und behauptet, der Bezug würde das Einnisten „des gefährlichen Schimmelpilzes“ in die Matratze auch bei längerer Feuchtigkeit verhindern. Solche Aussagen lassen sich unter Praxisbedingungen kaum überprüfen. Ärzte raten bei Hausstauballergien zu staubdichten Allergikerbezügen aus dem Sanitätsfachhandel: deren Wirksamkeit ist belegt. Wer ein ärztlichen Attest vorlegt, bekommt übrigens oft einen Zuschuss von der Krankenkasse.

Schlafen mit Chemie

Ob mit oder ohne Spezialbezug – wichtig sind Matratzen ohne Schadstoffe. Hier könnten die Hersteller mehr tun. Viele Matratzen riechen unangenehm, wenn sie geliefert werden. Einige enthalten Zusätze, die nicht deklariert sind. Beispiel: Breckle. In der Federkernmatratze Wellness Star entdeckten die Tester Spuren des Bakterienkillers Triclosan und des Insektizids Permethrin. Wozu sie gut sind, bleibt im Dunkeln. Die Tester halten sie für überflüssig. Das gilt auch für den Flammhemmer TDCPP in der Schaumstoffmatratze ProVita Thermomed II von f.a.n. Zur Erinnerung: Das ist die Matratze, auf der Allergiker ungestört träumen sollen. Ein chemischer Flammhemmer unter speziell gereinigter Baumwolle? Das klingt wenig natürlich.

Die besten Matratzen

Schaumstoff, Latex oder Federkern: Das bleibt eine Frage des Geschmacks. Schaumstoffmatratzen sind oft besonders günstig. Beispiel: Die Sultan Fängebo von Ikea. Preis in der Standardgröße 90x200 Zentimeter: nur 100 Euro. Testurteil: befriedigend, Note 2,6 und damit knapp am „gut“ vorbei. Einziger Schwachpunkt der Ikea-Matratze: ihr Bezug ist nicht waschbar. Alternative: die Schlaraffia Isotherm für rund 300 Euro. Taschenfederkern- und Latexmatratzen gelten als besonders punktelastisch. Das ist wichtig, wenn zwei Personen auf einer großen Matratze schlafen. Die beste Taschenfederkernmatratze kommt von Hukla und heißt Bodywell-W. Preis: etwa 700 Euro. Für 550 Euro gibts die gute Latexmatratze Fey&Co Belmonte. test.de hat alle noch erhältlichen Matratzen aus vier Tests von 2003 bis 2005 zusammengestellt. Der Testkompass zeigt die besten Modelle.

Info: Die Matratzentypen
Komplett + Interaktiv:  Test Matratzen aus der Zeitschrift test

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