Matratze von Tchibo Schnelltest

7-Zonen-Tonnentaschenfederkern-Matratze von Tchibo

Tchibo verkauft seit Juli wieder Matratzen. Aktuell im Angebot: Eine 7-Zonen-Tonnen­taschen­feder­kern-Matratze. Tchibo bietet sie in drei Größen an: 90, 100 oder 140 cm breit, jeweils 200 cm lang. Ab 149 Euro. Das ist sehr günstig. Lohnt sich der Kauf?

Stahlfedern in Taschen

Taschenfederkernmatratzen bestehen aus kleinen Stahlfedern in Tonnenform. Die Stahlfedern sind einzeln in Vliessäckchen verpackt. Das garantiert hohen Liegekomfort. Die Federn geben nur dort nach, wo Druck ausgeübt wird. Die Matratze passt sich dadurch optimal an den Körper an. Die Konstruktion hat ihren Preis. Gute Taschenfederkernmatratzen kosten mehrere hundert Euro. Die Testsieger aus dem Produktfinder Matratzen liegen sogar bei rund 1 000 Euro. Das Angebot von Tchibo ist also sehr günstig.

Spedition liefert ins Haus

Tchibo bietet die Matratze online an. Geliefert wird per Spedition. Die Rechnung liegt bei. Alles ohne Probleme: Der Testkäufer bekam seine Matratze sieben Tage nach der Bestellung. Das ist fix. Zeit zum Ausruhen blieb aber nicht: Die Stiftung Warentest holte die Matratze sofort ins Labor. Dort warteten Testschläfer, Messgeräte und eine Prüfwalze für den Dauertest.

Gut verarbeitet

Erstes Ergebnis: Die Matratze von Tchibo ist gut verarbeitet. Vor allem für diesen Preis. Die Dauerprüfung mit der 140-Kilo-Walze zeigt aber auch Schwächen: Tierhaare aus der Einsteppung dringen allmählich durch den Bezug. Der ist nicht elastisch genug. Ein Kompromiss an den Preis. Immerhin handelt es sich beim Tierhaar um Alpaka: Ein sehr hochwertiges Material.

Für Seitenschläfer top

Die Liegeeigenschaften der Matratze sind passabel. Sie hat den Härtegrad 2 (mittel). Die Matratze ist gut geeignet für Menschen, die auf der Seite schlafen. Die einzelnen Tonnenfedern stützen den Körper in Seitenlage gut. Für Rückenschläfer ist die Tchibo-Matratze nicht ideal: Die Beckenregion des Schlafenden sinkt nicht tief genug ein. Die Schultern sinken tiefer. Die Wirbelsäule wird dadurch leicht überstreckt. Alles in allem aber noch gut.

Matratze gibt nach

Im Laufe der Zeit wird die Matratze etwas weicher. Nach 30 000 Zyklen mit der schweren Prüfwalze gibt die Matratze vor allem im Mittelbereich nach. Der Schlafende sinkt tiefer ein. Für Rückenschläfer ist das positiv. Für Seitenschläfer nicht. Sie schlafen auf der jungen, noch festen Tchibo-Matratze besser.

Wenig Punktelastisch

Matratze von Tchibo Schnelltest

Die Matratze von Tchibo von innen: Die Stahlfedern sind in Vliessäckchen verpackt. Darüber Schaumstoff und eine Deckschicht. Die braune Abdeckung obenauf ist aus Wolle und Alpaka (eine Kamelart aus den Anden, mit dem Lama verwandt).

In der Paradedisziplin der Tonnentaschen-Federkern-Matratzen, der Punktelastizität, kann die Matratze von Tchibo nicht punkten. Der Kaffeeröster verspricht zwar eine "hohe Punktelastizität", die Matratze bringt aber nur Mittelmaß. Das liegt vielleicht auch am Bezug. Der ist fest und nicht elastisch. Die Stahlfedern haben dadurch kein freies Spiel. Auch auf einem verstellbaren Lattenrost macht die Matratze keine gute Figur. Sie schmiegt sich nicht an den Lattenrost an. Ungewöhnlich für eine Tonnentaschen-Federkern-Matratze. Die harmonieren sonst gut mit einem Lattenrost. Bei der Tchibo-Matratze stören die Einsteppung und der störrische Bezug.

Süß und muffig

Nach dem Auspacken verströmt die Matratze von Tchibo zunächst einen süßlich-muffigen Duft. Der hält für Tage - und nervt. Giftig ist er nicht. Die Chemiker der Stiftung Warentest fahndeten nach den üblichen Schadstoffen: Von Pentachlorphenol und DDT bis Permethrin. Ergebnis: Die Matratze von Tchibo ist sauber. Aber sie stinkt. Schuld sind vermutlich Lösemittel aus dem Klebstoff im Inneren der Matratze. Hier hilft nur: Ein paar Tage auslüften und woanders schlafen. Der Reißverschluss an der Stirnseite der Matratze dient übrigens nur der Montage. Der Bezug ist nicht waschbar. Ein Nachteil für Allergiker.

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