Matratze von Penny Schnelltest

Rollmatratzen sind bequem - zumindest beim Kauf. Sie passen meist locker mit dem übrigen Einkauf zusammen ins Auto. Ob sie auch nach dem Transport noch bequem sind, bleibt zunächst offen. Probeliegen wie im Fachgeschäft gibts natürlich nicht. Die Rollmatratze aus dem aktuellen Penny-Angebot hat test.de im Schnellverfahren auf Liegeeigenschaften, Haltbarkeit und Schadstoffgehalt geprüft. Das Ergebnis ist zwiespältig.

Keine Spur von Gift

Wirklich gute Nachrichten kommen aus dem Chemielabor. Eine so saubere Matratze ist den Testern lange nicht mehr untergekommen. Im Material der Billig-Matratze ist kein Schadstoff zu finden, und die Ausdünstungen sind mit kaum nachweisbaren Spuren von Problemstoffen belastet. Nur die in Sachen Gesundheit und Umwelt besten Matratzen aus dem aktuellen Vergleichstest können da halbwegs mithalten. Allerdings: Wie bei anderen eingeschweißten Schaumstoffmatratzen auch stinkts beim Auspacken zunächst erheblich. Nach einem Tag Auslüften ist die Geruchsbelästigung erträglich.

Polyether statt Kaltschaum

Der Kern der Penny-Matratze besteht aus einfachem Polyether-Material. Das ist sehr viel billiger als hochwertiger Polyurethan- oder Kaltschaum, aber nicht unbedingt schlecht. Die Penny-Matratze schneidet bei den Liegeeigenschaften gut ab. Sie passt sich dem Körper an, so dass die Wirbelsäule ihre natürliche Linie weitgehend behält. Außerdem verteilt sie das Gewicht des Körpers halbwegs gleichmäßig. Allerdings: Sie ist reichlich hart. Nur wers gern so mag, liegt richtig.

Verlust an Form und Härte

Viel Gemeinsamkeiten mit den 270 bis 500 Euro teuren Kaltschaum-Matratzen, die test fürs Oktober-Heft geprüft hat, gibts nicht. Bei der Dauerprüfung leistet sich die Penny-Matratze Schwächen. Sie hält zwar durch, verliert aber erheblich an Härte. Nach 30 000 Zyklen Belastung mit der 140 Kilo-Walze ist sie rund 30 Prozent weicher als im Neuzustand. Das wäre nicht weiter schlimm. Aber auch die Liegeeigenschaften lassen nach. Ein großer Teil der Körperunterstützung geht verloren. Die Billig-Matratze ist viel früher am Ende als eine Qualitätsmatratze.

Falsche Versprechen

Die größte Schwäche der Matratze: Sie löst die Versprechen der Penny-Werbung nicht ein. Da steht etwa: „Mittlerer Härtegrad“. Tatsächlich ist die Matratze jedoch hart. Groß und fett gedruckt verspricht Penny außerdem eine Sommer- und eine Winterseite. Richtig ist aber: Bei einer der beiden Matratzen aus dem Schnelltest-Einkauf sind die Seiten zwar unterschiedlich gekennzeichnet, bestehen aber aus dem gleichen Material. Bei einer weiteren Matratze gibts zwar eine Seite mit einer dünnen Wollschicht, aber sie ist nicht gekennzeichnet. Auch die Höhe stimmt nicht. Statt der versprochenen 15 ist die Matratze nur 12 Zentimeter dick. Das Gewicht schließlich bleibt ebenfalls hinter der Werbung zurück. Die test-Matratzen im Format 90 mal 200 Zentimeter wogen 6,8 statt „ca. 8 kg“.

test-Kommentar: Nichts als billig
Im Überblick: Technische Daten und Ausstattung

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