Matratze von Lidl Schnelltest

Im letzten Matratzen-Test der Stiftung Warentest kostete die günstigste Gute knapp 300 Euro. Nur einen Bruchteil davon verlangt Lidl für seine Matratze: 49,99 Euro. Der Discounter bietet das Modell seit Montag (4. Mai) an. Wie gut es sich auf der Matratze liegt, klärt der Schnelltest.

Praktisch verpackt

Sperrig verpackte Schaumstoffmatratzen sind out, in ist die Vakuumrolle. Um ein Vielfaches verkleinert und in Folie eingeschweißt liegt die Lidl-Matratze in den Regalen des Discounters. Mit gerade mal neuneinhalb Kilogramm ist sie außerdem ziemlich leicht. So macht der Transport vom Discounter nach Hause keine Probleme. Der Nachteil des kompakten Bündels: Probeliegen wie im Fachgeschäft fällt flach.

Erholsamer Schlaf, unbequemes Sitzen

Tief schlafen, süß träumen, erholt aufwachen? Die mittelharte Lidl-Matratze machts möglich. Es schläft sich gut darauf. Die Kontaktflächen zwischen Mensch und Matratze sind nicht zu groß und nicht zu klein; die Matratze stützt den Körper in Rücken- und in Seitenlage gut ab. Einziges Manko: Wer gern im Bett liest und dabei aufrecht sitzt, wird den Lattenrost deutlich spüren.

Nichts für Zonenschläfer

Die meisten Schaumstoffmatratzen haben heute fünf bis sieben unterschiedlich harte Zonen. Sie liegen quer zur Körperachse. Technisch wird das entweder durch verschieden harte Schaumstoffe oder durch spezielle Strukturen im Material erreicht. Rillen, Wellen, Noppen? Bei der Lidl-Matratze Fehlanzeige. Macht nichts, meinen Experten. Die Unterschiede der Zonen sind oft ohnehin kaum messbar, geschweige denn spürbar.

Keine Schadstoffe

Frohe Botschaft aus dem Labor: Die Matratze ist sauber. Feinpolster, Bezug und Kern enthalten keine Schadstoffe. Die Tester untersuchten auf Biozide und schwerflüchtige Stoffe wie zum Beispiel Flammschutzmittel. Auch leicht flüchtige Verbindungen wie Lösemittel und Formaldehyd entweichen der Matratze nicht. Die Siegel „LGA Qualitätszertifikat“ und „Textiles Vertrauen – Schadstoffgeprüfte Textilien nach Öko-Tex Standard 100“ trägt die Matratze also zu Recht.

Sie hält und hält und hält

Im Prüflabor macht die Matratze einiges mit: Rund 60 000 Mal rollt eine 140 Kilogramm schwere Walze über die Unterlage. Das soll die Nutzung von acht bis zehn Jahren simulieren – die durchschnittliche Lebenserwartung einer Matratze. Im Test hinterlässt die Walze kaum Eindruck auf der Matratze. Der Schaumstoff reißt nicht, die Form bleibt erhalten. Im Vergleichstest schwächelten schon deutlich teurere Matratzen.

Bezug nur mit vereinten Kräften

Ärgerlicher ist da schon der Bezug. Kochfest bei 95 Grad, so die Werbung. Das klingt vielversprechend. Die Waschgänge besteht der Bezug tatsächlich mit Bravour. Schwierig wirds beim Wiederaufziehen auf die Matratze. Das klappt nur mit großer Anstrengung und schon gar nicht allein. Der Grund: Die meisten Matratzen haben heute eine textile Gleitschicht, über die sich der Bezug leichter ziehen lässt – die Lidl-Matratze nicht. Da hilft nur eins: Sich am Waschtag Besuch einladen.

Etikettenschwindel

Für Allergiker „bestens geeignet“ steht auf der Verpackung. Das führt in die Irre. Denn gegen die Allergene der Hausstaubmilbe helfen nur spezielle Bezüge, so genannte Encasings. Die Lidl-Matratze hat aber nur einen einfachen Bezug. Wer Milben vorbeugen will, sollte sich so betten, dass die Matratze Luft bekommt. Sie also auf einen Lattenrost ohne Bettkasten legen. Außerdem wichtig: Die Matratzenbezüge alle drei Monate waschen. Das reduziert die Zahl der „Mitbewohner“.

Alternativen: Zehn Kaltschaummatratzen im Test

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