Mascara Test

Sie heißen Volumenmascara. Exzellente Fülle zaubert jedoch keine der 13 Wimperntuschen im Test. Gleich sieben sind aber gut.

Aus Liebe wurde sie erfunden, im Jahr 1913: die Ur-Wimperntusche. Die junge Mabel wollte ihren Angebeteten mit einem unvergesslichen Augenaufschlag betören. So erfand ihr Bruder, der Chemiker T. L. Williams, eine Mischung aus Kohlenstaub und Vaseline zum Auftragen auf die Wimpern – mit dem gewünschten Ergebnis: Mabels Angebeteter wurde ihr Mann. Ihr Bruder gründete die Firma Maybelline (aus „Mabel“ und „Vaseline“), die mit dem Zusatznamen Jade bis heute eine der großen Kosmetikmarken ist.

Knapp hundert Jahre später gehört eine Mascara aus dem Haus der Ur-Wimperntusche zu den Siegern im Test. Maybelline Jade können wir sogar die besten kosmetischen Eigenschaften bescheinigen. Volumen, Länge, Schwung und Trennung der Wimpern sind gut, die Haltbarkeit sehr gut.

Insgesamt haben wir 13 Volumenmascaras geprüft. Sie tragen verheißungsvolle Namen wie „Volcano Explosive Volume Mascara“ oder „LashBomb Mascara“. Alle 13 eint, dass sie Fülle für die Wimpern versprechen. Ausgezeichnet gelang das aber keiner, so das Urteil der rund 200 Probandinnen, die sich eine Woche lang damit schön machten. Doch immerhin sieben erreichen das test-Qualitätsurteil gut.

Nicht vor fremden Fingern geschützt

Mascara Test

Originalitätssicherung. Die geschlossene Folie zeigt: Niemand hat die Mascara benutzt. Doch oft fehlt eine Sicherung.

Zwei Mascaras kommen jedoch über ein Ausreichend nicht hinaus: p2 von dm und Rimmel. Von allen geprüften Wimperntuschen gefiel den Anwenderinnen p2 am wenigsten. Rimmel hatte Probleme in der mikrobiologischen Qualität, dazu später mehr. Und beide erhalten – wie fünf weitere Mascaras im Test – ein Mangelhaft für die Verpackung. Der Grund: Sie haben keine Originalitätssicherung. Dabei handelt es sich oft um eine Folie, in die der Mascara-Behälter eingeschweißt ist. Sie stellt sicher, dass die Käuferin die erste Benutzerin ist und sich nicht schon andere Kunden damit geschminkt haben.

Das Luxusprodukt ist nicht besser

Eine gute Mascara muss kein Vermögen kosten. Für die teuerste gute Tusche im Test, Helena Rubinstein Lash Queen Mascara Waterproof, müssen Kunden stolze 33 Euro zahlen. Pro Milliliter sind das 4,70 Euro. Ihre kosmetischen Eigenschaften sind aber nicht besser als andere gute, die wesentlich günstiger zu haben sind, zum Beispiel die ebenfalls wasserfesten Mascaras von Artdeco oder La Roche-Posay. Sie kosten umgerechnet halb so viel und weniger.

Die günstigsten guten nicht wasserfesten Wimperntuschen sind sogar schon ab 30 Cent pro Milliliter zu haben: im Test Biocura von Aldi (Nord). Maybelline Jade mit den besten kosmetischen Eigenschaften im Test kostet 80 Cent pro Milliliter.

Preiswert ist auch ein Klassiker unter den Wimperntuschen: Astor Long Life Mascara. Kunden kaufen diese „normale“ Tusche schon seit Jahren häufig. Das Wort „Volumen“ taucht bei ihr nicht auf. Weil wir wissen wollten, ob es immer eine Volumenmascara sein muss, haben wir auch diesen Klassiker untersucht (siehe „Astor Long Life Mascara“).

Rund 200 Frauen tuschten

Mascara Test

Für all die Prüfungen tuschten sich knapp 200 Probandinnen eine Woche lang in unserem Auftrag die Wimpern. Ihre Erfahrungen mit den Mascaras hielten sie dann in einem ausführlichen Fragebogen fest. Zusätzlich begutachteten drei Profitesterinnen die Ergebnisse im Labor.

Getuschte Wimpern sehen schon deshalb länger und dicker aus, weil Mascara die oft hellen Wimpernspitzen anfärbt und sie so sichtbarer macht. Tusche auf den Wimpern vermittelt zwangsläufig einen etwas voluminöseren Eindruck.

Die Qualität einer Wimperntusche hängt nicht allein von der Rezeptur ab, sondern vom Zusammenspiel zwischen der schwarzen Emulsion, dem Bürstchen und dem Abstreifer. Das zeigt sich besonders deutlich bei p2 von dm: Beim Entnehmen ist das Bürstchen zu voll mit dickflüssiger Tusche. Sie lässt sich nicht gleichmäßig verteilen, trennt die Wimpern nicht sauber, schmiert leicht und trocknet zu langsam. Auch das Volumen ist nicht besser als befriedigend.

Nicht wasserfeste Wimperntuschen sind besonders beliebt. Sie lassen sich einfach mit Reinigungsmilch und Wasser entfernen, wasserfeste nur mit speziellen Make-up-Entfernern oder Öl. Von wasserfesten Tuschen wird erwartet, dass sie Sport oder einen anrührenden Film unbeschadet überstehen und keine Trauerränder hinterlassen. Insgesamt gab es im Test an der Wasserfestigkeit der so ausgelobten Tuschen nichts auszusetzen.

Tipp: Auch Kontaktlinsenträgerinnen können mittlerweile wasserfeste Tusche nehmen. Schäden an den heutzutage gefertigten Linsen sind nicht zu befürchten.

Rimmel schafft nicht alle Keime

Die Testerinnen vertrugen die Mascaras problemlos. Im Einzelfall kann es freilich zu kurzfristigen Irritationen kommen. Im Prinzip kann jeder Inhaltsstoff schuld sein. Konservierungsstoffe (siehe Tabelle) sollen verhindern, dass beim Benutzen eingeschleppte krankmachende Keime in Kontakt mit der Bindehaut kommen. Von den 13 Volumenmascaras war nur die von Rimmel nicht in der Lage, mit allen im Test eingebrachten Keimen fertig zu werden. Neu gekauft war sie aber frei von Keimen.

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