Markenpiraterie Meldung

Lacoste-Shirts, Chanel-Parfüm, Rolex-Uhren – alles für ein paar Euro? Wer da zuschlägt, bekommt Ärger beim Zoll.

Zoll

Der Handel mit gefälschter Markenware ist verboten. Der Besitz zwar nicht, doch kann der Zoll Plagiate einziehen, wenn nicht sicher ist, dass der Urlauber die Sachen nur privat nutzt und keinen Handel damit treibt. Da haben die Beamten Spielraum: Wer fünf gefälschte Hemden einführt, muss mit Zollgebühr und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer rechnen. Außerdem kann der Zoll die Markenfirma verständigen, die dann über ihren Anwalt eine Unterlassungserklärung fordert. Da kann allein das Honorar hunderte Euro kosten. Die Ausrede „Das habe ich geerbt“ oder „Ich dachte, es sei ein Original“ zieht nicht. Denn auf ein Verschulden kommt es nicht an.

Gefahr

Außerdem bestehen Plagiate oft aus billigem Material. Unterwäsche kann Allergien auslösen, die Sonnenbrille wegen schlechter UV-Filter die Augen schädigen, Medikamente können Giftstoffe enthalten. Vorsicht gilt schon beim Kauf: In Italien drohen 10 000 Euro Geldbuße, in Frankreich sogar Gefängnis.

Freigrenze

Mitbringsel aus Nicht-EU-Ländern dürfen bei Einreise per Schiff oder Flugzeug bis 430 Euro insgesamt gekostet haben, bei Einreise per Bahn, Auto oder auf Wasserstraßen 300 Euro. Für Kinder unter 15 Jahren gelten immer 175 Euro. Was nicht teilbar ist, etwa eine Uhr, darf nicht auf meh­rere Mitreisende umgelegt werden. Maß­ge­bend ist der Preis vor Ort, nicht was die Originale gekostet hätten.

Artenschutz

Auch Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzab­kommen sind teuer. Stiefel aus Schlangenleder können ein vierstelliges Bußgeld kosten – auch wenn sie im Urlaubsland legal sind.

Kontrolle

Aufgegebenes Fluggepäck wird mit Röntgen­scannern gecheckt. Bei Flügen aus Ländern, wo Markenpiraterie blüht, gibt es auch Vollkontrollen, wo alle Passagiere ihre Koffer öffnen müssen. Eine Zwischenlandung in der EU hilft nicht: Ob ein Urlauber aus Bangkok in Helsinki umgestiegen ist, verrät der Aufkleber am Gepäck.

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