So haben wir getestet

Im Test: 19 Voll­fett­margarinen und Streich­fette mit Fett­gehalten von 70 bis 80 Prozent, darunter 3 Bio-Produkte.
Wir kauf­ten sie im Februar und März 2017 ein.
Die Preise ermittelten wir durch Befragung der Anbieter im Juni 2017.

Ernährungs­physiologische Qualität: 35 %

Wir begut­achteten die Zusammenset­zung der Margarinen und Streich­fette. Dazu bestimmten wir im Labor die Fett­säurespektren gemäß den Methoden C-VI 10a und C-VI 11d der Deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaft mittels GC-FID nach Über­führung in die jeweiligen Fett­säure­methylester. Wir bewerteten dann die Anteile an gesättigten, an Omega-3- sowie an Trans­fett­säuren. Zudem beur­teilten wir das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fett­säuren. Vitamin D analysierten wir mittels HPLC in Anlehnung an die Methode L 00.00–61 der Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren nach § 64 Lebens­mittel- und Futtermittel­gesetz­buch (ASU). Vitamin E analysierten wir gemäß Methode DIN EN 12822 mittels HPLC und Fluoreszenzdetektion. Für die Bewertung der einzelnen Nähr­stoffe orientierten wir uns an den Empfehlungen der Deutschen Gesell­schaft für Ernährung.

Sensorisches Urteil: 25 %

Die sensorischen Prüfungen wurden in Anlehnung an Methode L 00.90–11/1 und L 00.90–11/2 der ASU durch­geführt. Fünf geschulte Prüfer verkosteten die anonymisierten Produkte unter gleichen Bedingungen – auffällige oder fehler­hafte mehr­mals. Die Streich­fette wurden auf neutralem Geschirr serviert und pur verkostet. Details zu Aussehen, Geruch, Geschmack und Mund­gefühl dokumentierten die Prüfer in einem Prüfbogen. Kamen sie zu unterschiedlichen Ergeb­nissen, so erarbeiteten sie ein gemein­sames Ergebnis, das Basis für die Bewertung war.

Streich­fähig­keit und Brat­verhalten: 5 %

Unabhängig von ihren Packungs­angaben prüften wir alle Produkte auf ihre Streich­fähig­keit und das Brat­verhalten. Drei geschulte Prüf­personen prüften, wie sich Roggen­misch­brotscheiben mit direkt aus dem Kühl­schrank entnommenen Streich­fetten bestreichen ließen. Das Brat­verhalten prüften wir, indem wir unter stan­dardisierten Bedingungen Hack­fleisch­bratlinge in der Pfanne zubereiteten. Heraus­spritzendes Fett wurde auf Papier aufgefangen und ausgewogen.

Schad­stoffe: 15 %

Im Labor untersuchten wir die Produkte auf die Fett­umwandlungs­produkte 3-MCPD- und Glycidyl-Ester nach der Methode C-VI 18 der Deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaft mittels GC-MS. Ebenso prüften wir alle Mineral­ölbestand­teile (Mosh und Moah) mittels online gekoppelter HPLC-GC/FID nach der BfR-Methode.

Verpackung: 5 %

Drei Experten prüften, wie sich die Packungen öffnen und wieder­verschließen lassen. Sie kontrollierten, ob es eine Originalitäts­sicherung gibt sowie ob Hinweise zum Recycling und Angaben zu Verpackungs­materialen vorhanden sind.

Deklaration: 15 %

Wir prüften, ob die Angaben auf der Verpackung – wie im Lebens­mittel­recht vorgeschrieben – voll­ständig und korrekt sind. Außerdem beur­teilten wir Abbildungen, Werbeaussagen, Portions- und Nähr­wert­angaben sowie All­ergen- und Lagerungs­hinweise. Ergänzend beur­teilten wir, ob die Angabe „natürliches Aroma“ im Zutaten­verzeichnis plausibel war. Dazu analysierten wir bei Produkten mit der Angabe „natürliches Aroma“ oder „ohne Aromen“ das Arom­aspekt­rum. Wir recherchierten in allen uns zugäng­lichen Quellen, ob für die analysierten Aroma­stoffe ein natürliches Gewinnungs­verfahren beschrieben ist. Hierzu baten wir auch die Anbieter um nähere Auskunft. Zusätzlich bewerteten drei Experten die Leserlich­keit und Über­sicht­lich­keit der Angaben.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Das Urteil für Schad­stoffe konnte nicht besser sein als die jeweils schlechteste Bewertung für eine einzelne Schad­stoff­gruppe. Bei ausreichendem Schad­stoff­urteil wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet, bei mangelhaft für Schad­stoffe konnte es nicht besser sein. Bei ausreichendem Deklarations­urteil wurde das test-Qualitäts­urteil um eine halbe Note abge­wertet, bei mangelhafter Deklaration konnte das test-Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein.

Weitere Unter­suchungen

Wir analysierten im Labor die Anzahl an Keimen in den Produkten, insbesondere an Verderb­niskeimen und krankmachenden Keimen. Kein Produkt war mikrobiologisch auffällig. Wir prüften alle Streich­fette auf den Konservierungs­stoff Sorbinsäure und fanden keine Verstöße gegen die Deklaration. Bei als laktosefrei gekenn­zeichneten Produkten über­prüften wir dies. Weiterhin prüften wir auf Weichmacher und auf leicht­flüchtige halogenierte Kohlen­wasser­stoffe, ebenso auf die Schwer­metalle Kadmium, Blei, Kupfer und Nickel sowie auf Arsen. Nur vom Weichmacher Diethylhex­yladipat (DEHA) und Blei waren sehr geringe Spuren nach­weisbar. Zudem prüften wir auf gentech­nisch veränderte Bestand­teile: Sie waren nicht nach­weisbar. Folgende wissenschaftliche Analysemethoden setzten wir im Einzelnen ein:

  1. Aerobe mesophile Koloniezahl (Gesamt­keimzahl): gemäß ISO 4833-1.
  2. Enter­obacteriaceae: gemäß ISO 21528-2.
  3. Escherichia coli: gemäß Methode ISO 7251.
  4. Hefen und Schimmelpilze: gemäß ISO 21527-2.
  5. pH-Wert: in Anlehnung an L 13.05-5 der ASU.
  6. Trockenmasse: gemäß L 13.05-1 der ASU.
  7. Fett­freie Trockenmasse: in Anlehnung an L 13.05–2 der ASU.
  8. Fett­gehalt: in Anlehnung an L 13.05–3 der ASU.
  9. Triglycer­idspektrum: gemäß Methode C-VI 14 der Deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaft mittels Gas-Chromato­graphie.
  10. Sorbinsäure: gemäß L 00.00–10 der ASU mittels HPLC.
  11. Vitamin A und Provitamin A: in Anlehnung an DIN EN 12823–1 und 12823–2 mittels HPLC.
  12. Vitamin-A-Palmitat: gemäß Methode F-II 2d der Deutschen Gesell­schaft für Fett­wissenschaft mittels HPLC.
  13. Leicht­flüchtige halogenierte Kohlen­wasser­stoffe: gemäß L 13.04–1 der ASU mittels Head­space-Gas-Chromato­graphie.
  14. Weichmacher: mittels GC/MS.
  15. Kadmium, Blei, Arsen, Kupfer, Nickel: Druck­aufschluss gemäß Methode DIN EN 13805 und Analyse gemäß Methode L 00.00–135 mittels ICP-MS, bei Kupfer in Anlehnung an L 00.00–144 .
  16. Natrium: Druck­aufschluss gemäß Methode DIN EN 13805 und Analyse gemäß Methode L 00.00–144 der ASU mittels ICP-MS.
  17. Chlorid: in Anlehnung an Methode L 13.05–4 der ASU.
  18. Laktose: mittels LC-MS/MS.
  19. Gentech­nisch veränderte Bestand­teile: in Anlehnung an Methode L 00.00–122 der ASU mittels Real Time Poly­merasekettenre­aktion (PCR).

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