Marderschäden Meldung

Steinmarder. Er verursacht viele Schäden in geparkten Autos.

In den 50er Jahren waren Steinmarder fast ausgerottet. Nun leben sie in jeder Stadt – zum Leidwesen vieler Auto­fahrer. Denn Marderbisse fallen oft erst auf, wenn teure Folgeschäden entstanden sind – und nicht alle Versicherer kommen für diese auf. test.de erklärt, auf welche Vertrags­formulierungen Versicherungs­kunden achten müssen, und wie Auto­fahrer ihre Fahr­zeuge gegen Tierbisse schützen können.

Neben­buhler unterm Auto

Juni und Juli sind Hoch­saison für Steinmarder. Zur Paarungs­zeit verteidigen sie aggressiv ihr Revier. Riechen sie Spuren eines Neben­buhlers an einem geparkten Auto, greifen sie die Teile an, die nach ihm duften: Kabel, Schläuche, Lenkmanschetten. Jedes Jahr trifft es rund 160 000 Pkw, schätzt der Deutsche Jagd­verband.

Manche Versicherer verlangen einen Aufpreis

Die meisten Teilkaskopolicen decken direkte Marderschäden ab, etwa an Schläuchen oder Dichtungen. Es gab in unserer letzten Unter­suchung aber auch Tarife, die das nicht oder nur gegen Aufpreis versichern Test: Autoversicherung, test 3/2014.

Marderbisse fallen oft nicht auf

Das Problem ist: Die meisten Kunden haben eine Selbst­beteiligung, meist 150 Euro – und die Reparatur ist oft kaum teurer. Sie bekommen dann nur wenig oder gar nichts erstattet. Hinzu kommt: Marderbisse fallen oft nicht auf. Häufig bemerken Auto­besitzer sie erst, wenn teure Folgeschäden auftreten, etwa defekte Achs­gelenke infolge angen­agter Manschetten oder ein Defekt am Katalysator durch zerbissene Zünd­kabel. Folgeschäden sind meist nicht mitversichert – und wenn, dann oft bis maximal 3 000 Euro, nur in wenigen Tarifen unbe­grenzt.

Im Vertrag sollte „Tierbisse“ stehen

In vielen Verträgen steht „Marderschäden“. Besser ist es, wenn es „Tierbisse“ heißt. Zwar sind meist Marder die Übel­täter, mitunter aber auch Katzen, Ratten oder andere Tiere. Sach­verständige sehen den Unterschied, denn Marderzähne sind sehr markant. Oft finden sich auch Haare oder Fell­reste im Motorraum.

Tipp: Achten Sie auf herum­liegende Gummi­teile oder ausgelaufene Flüssig­keit. Bei Verdacht empfiehlt sich eine Motor­wäsche, um Duft­spuren zu beseitigen. Abwehr­sprays oder Duft­stoffe bringen nichts, so der ADAC. Alternativ können Metall­plätt­chen im Motorraum nachgerüstet werden, die Elektroschocks abgeben. Das kostet etwa 200 bis 300 Euro. Oder eine Abschottung des Motorraums mit Bors­tenvorhängen. Auch die sind für wenige hundert Euro nach­rüst­bar.

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