Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat ihre Ermittlungen gegen die Vorstände der Protektor AG eingestellt. „Die Vorstände sind unschuldig“, teilte Justizsprecher Frank Thiel heute mit. Der Bund der Versicherten (BdV) hatte Ende Januar Strafanzeige wegen des Verdachts auf Untreue gegen die Führungsriege der Auffanggesellschaft Protektor gestellt.

Verband vermutete Schaden für Versicherte

Der BdV warf dem Protektor-Vorstand vor, er habe Lebensversicherungskunden durch ein Finanzmanöver zur Rettung der Mannheimer Holding geschädigt und gegen die Interessen der Aktionäre der Protektor AG – das sind alle deutschen Lebensversicherer – gehandelt . Stein des Anstoßes: Ein großzügiger Darlehensverzicht. Ende 2003 hatte die Auffanggesellschaft Protektor weitgehend auf die Rückzahlung von Darlehen in Höhe von rund 170 Millionen Euro verzichtet. Das Geld war an die Mannheimer Holding geflossen, um eine Insolvenz abzuwenden.

Verzicht ohne Verlust

Diese Vorwürfe seien nun widerlegt, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Schuldenverzicht wirke sich nicht auf die laufenden Lebensversicherungsverträge aus. Auch künftige Überschussbeteiligungen seien nicht betroffen. Weder Ex-Kunden der Mannheimer noch denen anderer Versicherer entstehe ein Schaden. Auch für die Protektor-Aktionäre ist die durch den Darlehensverzicht ermöglichte Sanierung nach Ansicht der Staatsanwälte günstiger als eine Insolvenz der Mannheimer Holding AG.

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