Mangel am Auto­kinder­sitz Concord Reverso Meldung

Eltern haben fest­gestellt, dass bei ihrem Auto-Kinder­sitz Concord Reverso der Sicher­heits­gurt nicht verläss­lich hält. Wie unser Auto­kinder­sitz-Test­partner ADAC mitteilte, kann beim Mecha­nismus zur Verstellung des Schritt­gurts die Klemme versagen, der Gurt unter Last durch­rutschen. Der Sitz hatte von der Stiftung Warentest das Qualitäts­urteil Gut (1,7) erhalten. Die einfache Gurt­verstellung über die zentrale Gurt­klemme war ein wesentlicher Grund für die gute Note im Prüf­punkt Hand­habung.*

Kleine Krümel, große Wirkung

Mangel am Auto­kinder­sitz Concord Reverso Meldung

Gurt­klemme mit Gummi­pad.

Gurt­klemme mit „Concord Reverso Soft Cover“: Das Gummi­pad im Kreis soll den dahinter liegenden Klemm­mecha­nismus vor Schmutz und Essens­resten schützen.

Sitz­anbieter Concord macht Essensreste in der Gurtklemme für das Versagen der Klemme verantwort­lich. Diese Art von Verschmut­zung berück­sichtigt das Prüf­programm der Stiftung Warentest zum Testen von Kinder­sitzen bislang nicht. Wer einem Versagen der Klemme vorbeugen will, kann von Concord auf Anfrage ein Gummi­pad erhalten, das Concord Reverso Soft Cover. Das soll den Verstell­mecha­nismus vor Schmutz schützen.

Das Soft Cover schützt vor Schmutz

Die Stiftung Warentest hat sich unter einem Pseudonym ein solches Soft Cover schi­cken lassen und den Concord Reverso aus dem letzten Test damit ausgestattet. Die Fachleute sind sich einig: Das gummi­umrandete Stoff­teil schützt die Gurt­klemme vor Schmutz und herunter­fallenden Essens­resten. Wenn also ein Kind im Sitz beim Essen krümelt, funk­tioniert der Anschnaller danach immer noch. Das ist die gute Nach­richt. Die schlechte Nach­richt: Nach wie vor verkauft der Fach­handel Concord Reverso, die nicht mit dem schützenden Pad ausgestattet sind.

Tipp: Test­ergeb­nisse zu über 300 Kinder­sitzen zeigt der Produktfinder Autokindersitze. Wir prüfen die Sitze auf Sicherheit, Hand­habung, Ergonomie und Schad­stoffe.

Einfach die Gurt-Enden durch die Öffnung ziehen

Die Montage des Soft Cover ist einfach. Wie es geht, lesen Sie in unserer kleinen Montage-Anleitung. Wer das Cover nicht selber montieren will, kann das unentgeltlich im Fach­handel erledigen lassen. Dort kann auch gleich die Funk­tion der Gurt­klemme kontrolliert werden.

Nach­folgemodell mit neuer Abdeckung

Das Nach­folgemodell des Concord Reverso, der Reverso.plus, hat die gleiche Gurt­klemme wie der Reverso ohne plus. Bis vor kurzem bekam er von Hause aus das Soft Cover mit auf den Weg. Mitt­lerweile stattet Concord den Sitz mit einer anderen Kunst­stoff­blende aus. Die soll das Verschmut­zungs­problem von vorn herein ausschließen. Ob das funk­tioniert, wird sich im nächsten Test von Auto-Kinder­sitzen zeigen.

Rest­bestände im Handel

Vom Concord Reverso ohne plus gibt es nur noch Rest­bestände im Handel. Die Stiftung Warentest hat angebotene Exemplare allerdings ohne Soft Cover gefunden. Grund­sätzlich spricht nichts dagegen, dieses immerhin mit der Note Gut (1,7) bewertete Modell zu kaufen – aber nur wenn es mit dem Abdeck­pad ausgestattet ist.

Die gute Note bleibt

Als das Risiko bekannt wurde, dass der Anschnall­gurt des Concord Reverso wegen Essens­resten in der Gurt­klemme versagen kann, gab es Zweifel, ob die gute Testnote weiter Bestand haben darf. Die Stiftung Warentest wird es nach ihren Nach­prüfungen bei dem Test­ergebnis belassen. In Zukunft wird das Versagens­risiko des Gurt­systems durch Schmutz und Nahrungs­reste in das Prüf­programm aufgenommen.

* Diese Meldung ist am 23. Dezember 2015 auf test.de erschienen. Wir haben Sie am 8. Februar 2016 aktualisiert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 37 Nutzer finden das hilfreich.