Make-up im Test Güns­tige Naturkosmetik unter den Besten

Make-up im Test - Güns­tige Naturkosmetik unter den Besten
Mit und ohne. Team­leiterin Isabella Eigner hats ausprobiert. Links im Bild ist sie bis auf Augen und Lippen unge­schminkt. Rechts trägt sie das Make-up von dm Alverde. © Max Lautenschläger

Die meisten Make-ups im Test decken leichte Rötungen und Pigment­flecken gut und sogar sehr gut ab. Zu den Siegern zählt eine Naturkosmetik für weniger als 4 Euro.

Make-up im Test Testergebnisse für 13 Make-up 02/2020

Inhalt

Zenti­meterdicke weiße Schminke – Frauen wie Männer versuchten damit zu Zeiten des Sonnen­königs Ludwig XIV. ihren Traum von einem eben­mäßigen, makellosen Antlitz wahr werden zu lassen. Heute kommen solche maskenhaften Gesichter nur im Karneval gut an. Im Alltag soll Make-up – auch Foundation oder Grundierung genannt – möglichst unsicht­bar sein. Das Ideal ist ein Teint ohne Makel, der völlig natürlich wirkt.

Die 13 getesteten Produkte versprechen, Rötungen oder Verfärbungen zu kaschieren. Sechs gelingt dies sogar mit sehr guter Deck­kraft. Fünf davon über­zeugen zusätzlich mit einer guten Note im Punkt Natürlich­keit.

Für den Test haben wir Make-ups in ähnlichem Farbton ausgewählt. Sie heißen zum Beispiel Naturelle oder Alabaster. Die Ergeb­nisse lassen sich laut den Anbietern auf die gesamte Farbpalette der jeweiligen Produkte über­tragen. Die Basis-Rezeptur ist stets gleich, nur die Zusammenset­zung der Farbpigmente unterscheidet sich.

Unser Rat

Ein gut deckendes Make-up muss nicht teuer sein: Die zertifizierte Naturkosmetik von dm Alverde ist im Duett mit La Roche-Posay Siegerin im Test und kostet nur 13 Cent pro Milliliter, das französische Make-up 66 Cent. Es geht noch teurer: Das gute Make-up von Clarins kostet 1,33 Euro. Zweitgüns­tigstes Gutes ist L‘Oréal mit 27 Cent pro Gramm.

Schöner Teint für wenig Geld

Gute Ergeb­nisse lassen sich nicht nur mit teuren Make-ups erzielen. Den Testsieg teilen sich Alverde Mineral Make-up von dm und La Roche-Posay Make-up Fluid. Alverde kostet keine 4 Euro, La Roche-Posay mit knapp 20 Euro gut fünf­mal so viel.

Ross­manns Alterra Nude & Matt Make-up ist ebenfalls preis­wert und wie dm Alverde zertifizierte Naturkosmetik. Doch es steht am Ende der Tabelle. Grund ist die nur ausreichende Deck­kraft.

Der Auftrag heißt Schminken

Um die Deck­kraft zu beur­teilen, trugen 22 Frauen drei Tage lang je ein Make-up zu Hause auf. Die Produkte hatten wir anonymisiert. Die Frauen prüften zum Beispiel auch die Gleich­mäßig­keit des Make-ups, und ob es sich in Fält­chen absetzte. Zusätzlich schminkten sie sich mit den Make-ups unter Aufsicht einer Fach­kraft im Prüf­institut. Vorher und nachher wurden sie fotografiert. Die Experten beur­teilten die Schmink­ergeb­nisse anhand der Fotos.

Make-up im Test Testergebnisse für 13 Make-up 02/2020

Mikro­plastik in der Diskussion

Viele Menschen treibt das Thema Mikro­plastik um. Welche Gefahren eventuell von den Kunst­stoff­teilchen ausgehen, können Wissenschaftler aber bisher noch nicht abschätzen. Auch fehlen Daten und Prüf­methoden, um Mikro­plastik in Produkten eindeutig zu bestimmen.

Wir haben die Anbieter gefragt, ob ihre Make-ups Mikro­plastik enthalten. Die meisten antworteten nicht oder machten keine Angaben, etwa mit der Begründung, dass eine „abschließende Definition von ‚Mikro­plastik‘ und vor allem analytische Methoden fehlen“.

Was für Naturkosmetik spricht

Wer sicher­gehen will, greift zu zertifizierter Naturkosmetik. Sie darf keine synthetischen Poly­mere enthalten – und damit kein Mikro­plastik. Sie ist auch frei von erdöl­basierten Rohstoffen, wie der Test für dm Alverde, Dr. Hauschka und Ross­mann Alterra bestätigt.

Silikon und Duft­stoff Lilial gefunden

Die Gehalte an Keimen und Schwer­metallen waren in keinem getesteten Produkt ein Problem. Die Prüfer stießen aber in drei Make-ups auf das Silikon Cyclopentasiloxan, auch D5 genannt: in Artdeco, Maybelline und Manhattan. Dafür kassieren sie im Urteil „Kritische Stoffe“ die Note ausreichend.

D5 lässt sich schwer abbauen und kann sich in Wasser­organismen wie Fischen anreichern. Laut Europäischer Chemikalien­agentur ECHA stellt es in abwasch­barer Kosmetik ein Umwelt­risiko dar – ab 2020 ist es verboten. Für Make-up, das auf der Haut verbleibt, gilt das nicht. Doch viele Menschen nehmen zum Abschminken Wasser und Wasch­lappen. Da ist es denk­bar, dass D5 über diesen Weg ins Abwasser gelangt.

Im Manhattan-Make-up fanden wir außerdem einen Duft­stoff, den wir ebenfalls kritisch bewerten: Lilial. Er steht in Verdacht, die Fort­pflan­zungs­fähig­keit zu beein­trächtigen. Auf der Inhalts­stoff­liste taucht die Substanz als Butylphenyl Methyl­propional auf.

Den Sonnenkönig hätte parfümierte Schminke wahr­scheinlich sehr erfreut. Denn Waschen war damals verpönt. Die Menschen stanken auch unter der schönsten Schminke ganz fürchterlich. 

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7 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Lisalein123 am 22.07.2021 um 18:23 Uhr
Ausführlichere Tests

Ich finde es schön; dass überhaupt Mal wieder Make Up getestet wurde. Was mich ja schon irgendwie wundert wo so viele Frauen täglich Makeup insbesondere Mascara verwenden. Vlt sind tägliche Belange von Frauen nicht so interessant für das Magazin. Schade finde ich dass nur so wenige Artikel getestet wurden und irgendwie frage ich mich häufiger bei Stiftung Warentest wie man zu der Produktauswahl kommt: kein MAC dabei; warum wurde genau dieses Make Up von Estee Lauder gewählt und nicht die Double wear Foundation die mMn viel beliebter ist? Unterschiedliche Make Up's?: Concealer; Foundation; Mousse; Puder? So "Vollmake Up" nimmt doch kaum jemand noch sondern eher leichtere Dinge wie Foundation o. Concealer. Auch sollte mMn die Farbauswahl eine wichtige Rolle spielen; denn bei den (günstigen) Standard-Produkten ist diese idR nicht gegeben.

pghg am 24.02.2020 um 14:46 Uhr
Mary Kay

Für zukünftige Test's im Kosmetikbereich würde ich mich freuen, wenn Mary Kay Produkte getestet werden würden. Diese sind nur im Direktvertrieb erhältlich.

GuessWhat am 20.02.2020 um 17:15 Uhr
Fragen und Antworten

@Susi2563: Um eine Antwort auf ihre Frage zu finden, könnten sie zum Beispiel einmal ergründen, wie und auf welcher Grundlage Codecheck zu ihren Einschätzungen zu Stoffen kommt.
@npostnik: Wasser kann Haut ziemlich reizen, sie durchlässiger für Schadstoffe und Krankheitserreger machen und sie austrocknen. Sicher fordern sie also ebenfalls, Kosmetika mit Wasser als Inhaltsstoff abzuwerten. Oder irre ich mich?

Susi2563 am 13.02.2020 um 22:34 Uhr
Verstehe die Testergebnisse nicht

In dem Test wird das Make up von La Roche-Posay bezüglich kritischer Stoffe mit sehr gut bewertet. Lt. CodeCheck enthält das Make-up Isobutane, Palmöl, Aluminium Hydroxyde und Cetyl PEG.
Wie passt das zusammen????????

npostnik am 02.02.2020 um 14:05 Uhr
Testsieger?!

Der Testsieger ist alverde von dm. An 4.! Stelle steht Alkohol in der Liste der Inhaltsstoffe. Mittlerweile ist bekannt, dass Alkohol in Kosmetika für die Haut reizend sein kann. Meiner Meinung nach hätten Duftstoffe oder Alokohol bei den Inhaltsstoffen zu Abwertungen führen müssen.