Die gesetzliche Kranken­versicherung muss einem überge­wichtigen Versicherten eine Operation zur Magen­verkleinerung unter Umständen auch dann bezahlen, wenn er noch nicht alle anderen Möglich­keiten der Gewichts­reduktion ausgereizt hat.

Der heute 60 Jahre alte Patient war seit seiner Kindheit krankhaft überge­wichtig und hatte mehr­fach erfolg­los versucht abzu­nehmen. Mitt­lerweile wog der 1,72 Meter große Mann 141 Kilogramm und litt unter anderem an Diabetes mellitus, Blut­hoch­druck, Gicht und Kniearthrose.

Ein mehr­wöchiger Klinik­aufenthalt zur Gewichts­reduktion war ihm nicht möglich, da er sich um seine Frau, die an Multipler Sklerose leidet, und seinen minderjäh­rigen Sohn kümmern muss.

Unter diesen Voraus­setzungen sei eine Magenbypass-Operation die erfolg­versprechendste Behand­lungs­methode und daher von der Kasse zu über­nehmen, urteilte das Hessische Landes­sozialge­richt (Az. L 1 KR 116/15).

Dieser Artikel ist hilfreich. 0 Nutzer finden das hilfreich.