Magen­schutz­mittel Meldung

Einige Präparate mit Omeprazol oder Pantoprazol.

Einige Präparate mit Omeprazol oder Pantoprazol.

Magenkranke sollten Mittel wie Omeprazol und Pantoprazol nicht allzu sorglos schlu­cken. Diese Schluss­folgerung legt eine aktuelle Studie nahe. Auf Dauer können die auch als Protonenpumpenhemmer (PPI) bekannten Magen­schutz­mittel schaden. test.de erklärt, welche Lang­zeit­folgen die Säure­blocker haben können.

Ärzte verordnen viermal so viel PPI wie vor zehn Jahren

Magen­schutz­mittel Meldung

Eine Wärm­flasche kann Magenleiden lindern helfen.

Deutsche Ärzte verordneten 2012 knapp 3 Milliarden Tages­dosen Magen­schutz­mittel, sogenannte Protonenpumpenhemmer. Das ist viermal so viel wie noch vor zehn Jahren. Die teils auch rezept­freien Wirk­stoffe wie Omeprazol und Pantoprazol unterdrücken die Bildung von Magensäure, die die Schleimhaut schädigt. Laut Bewertung der Stiftung Warentest sind sie „geeignet“ bei Sodbrennen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür und zum Schutz vor Magen­bluten durch andere Arzneien. Doch Ärzte verordnen sie auch bei Magen­problemen ohne klare Diagnose oder vorsorglich in der Klinik, teil­weise ohne sie nachher wieder abzu­setzen.

Gefahr eines Vitamin-B12-Mangels

Experten warnen vor allzu sorglosem Einsatz. Protonenpumpenhemmer könnten lang­fristig einen Mangel an Vitamin B12 begüns­tigen, zeigt nun eine Studie im Fachjournal „Jama“. Die Aufnahme des Vitamins aus der Nahrung erfordert Magensäure. Das gilt auch für Magnesium, Eisen, Kalzium. Mangelt es an Kalzium, kann Osteoporose entstehen – eine mögliche Lang­zeit­folge der Säure­blocker. Zudem gibt es Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Darm­infektionen und Lungen­entzündung. Die auslösenden Bakterien über­leben wohl bei wenig Säure im Magen besser.

Möglichst nicht ohne ärzt­lichen Rat einnehmen

Rezept­freie Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen sollten Sie ohne ärzt­lichen Rat höchs­tens dreimal im Jahr für je zwei Wochen nehmen. Mediziner sollten die Mittel nur gezielt bei zugelassenen Indikationen verordnen. Dazu zählen Magen-Darm-Geschwüre, Refluxkrankheit und die Lang­zeit­einnahme mancher Schmerz­mittel. Zudem ist die Dosis möglichst nied­rig zu wählen und die Notwendig­keit regel­mäßig zu prüfen.

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