In Zukunft dürfte es nach Meinung des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin schwieriger werden, Magengeschwüre zu heilen. Der Grund: Antibiotika versagen in zunehmendem Maße durch Resistenzen. Das RKI erwartet Probleme bei der Bekämpfung des Bakteriums Helicobacter pylori, das Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm auslöst und auch mit Magenkrebs in Verbindung gebracht wird. Nach Angaben des Mikrobiologen Professor Manfred Kist aus Freiburg sind in Deutschland 20 bis 30 Millionen Menschen mit dem im Magen lebenden Bakterium infiziert.

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Patienten, denen Antibiotika nicht mehr helfen konnten, deutlich gestiegen. Das sei vor allem deshalb problematisch, weil nur wenige Antibiotika im Magen wirksam seien, sagt Professor Kist. Als Grund für die zunehmende Widerstandsfähigkeit des Erregers nannte der Wissenschaftler die „Blindtherapie“. Da der Erreger im Labor nur schwer zu bestimmen sei, würden die Ärzte vor dem Verschreiben der Mittel kaum überprüfen, ob sie beim Patienten überhaupt wirkten.

Tipp: Verschreibt Ihnen der Arzt allzu schnell ein Antibiotikum, fragen Sie besser noch einmal, warum er nicht erst den Erreger bestimmen lässt.

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