Magen und Darm Test

Magen-Darm-Beschwerden haben immer Saison – nicht nur zu Weih­nachten und Silvester.

Viele bekannte rezept­freie Mittel sind wenig geeignet. Doch es gibt Alternativen, die helfen und verträglich sind.

Lautlos, regel­mäßig, zuver­lässig – so soll die Verdauung funk­tionieren. Derart reibungs­los läuft es nicht immer. Fast jeder Dritte ist von Sodbrennen betroffen, Durch­fall ereilt jeden Erwachsenen im Schnitt zweimal im Jahr. Verstopfung plagt vor allem die über 60-Jährigen.

Linderung bei derlei Beschwerden versprechen bekannte rezept­freie Medikamente aus der Apotheke. Viele sind wenig geeignet. Das zeigen die Bewertungen der Stiftung Warentest. Ein Experten­team über­prüft regel­mäßig Medikamente, die besonders häufig über den Laden­tisch gehen, darunter rund 2 000 rezept­freie. Etwa 600 schneiden schlecht ab – so auch zehn viel­verkaufte Mittel gegen die häufigsten Magen-Darm-Beschwerden

Aloe und Rizinusöl reizen Darm stark

Oft ist die therapeutische Wirk­samkeit dieser Medikamente nicht ausreichend belegt. In anderen Fällen haben sie ausgeprägte Neben­wirkungen. So enthalten zum Beispiel die Abführ­mittel von Abtei und Doppel­herz den Wirk­stoff Rizinusöl, Chol-Kugeletten Mono und Kräuterlax Dr. Henk den Wirk­stoff Aloe. Beide wirken stark abführend und können unerwünschte Wirkungen, etwa krampf­artige Magen-Darm-Beschwerden, auslösen. Werden sie lang­fristig und zu häufig angewendet, können sie einen Kalium­mangel verursachen. Besser sind schonendere Abführ­mittel, etwa mit Floh­samen­schalen wie Metamucil.

Cola und Salz­stangen lieber nicht

Wenn der Bauch drückt und rumort, greifen viele auch zu Haus­mitteln. Eines der bekann­testen bei Durch­fall: Cola mit Salz­stangen. Zwar braucht der Körper Salz und Zucker, um den Flüssig­keits- und Mineral­stoff­verlust wieder auszugleichen. Cola enthält aber zu viel Zucker – das verstärkt den Wasser­verlust. Besser sind Elektrolytlösungen, entweder aus der Apotheke oder selbst gemacht. Dazu einen halben Liter stilles Wasser und einen halben Liter Frucht­saft, Früchte- oder Kräutertee mit einem Teelöffel Salz und sieben bis acht Teelöffeln Trau­benzucker mischen.

Wen Verstopfung plagt, der kann morgens auf nüchternen Magen ein Glas lauwarmen Orangensaft trinken. Auch Obst gemischt mit Joghurt und Sauerkraut als Gemüse oder Saft regen die Verdauung an.

Bewegung bringt den Darm in Gang

Wenn sich Gase im Darm aufstauen, hilft vor allem eins: Bewegung. Zumal sich Blähungen mit Medikamenten meist wenig erfolg­versprechend behandeln lassen. Hilf­reicher ist es, auf blähende Lebens­mittel wie Kohl oder Hülsenfrüchte und kohlensäurehaltige Getränke zu verzichten.

Auch bei Sodbrennen empfiehlt sich nach dem Essen ein Verdauungs­spaziergang. Kräutertee oder roher Kartoffel­saft können bei saurem Aufstoßen lindernd wirken. Milch kann dagegen den Magen anregen, vermehrt Säure zu produzieren.

Grenzen der Selbst­behand­lung

Hält Sodbrennen länger als zwei Wochen an, muss ein Arzt die Ursache abklären. Auch Blähungen sollten nicht länger als zwei bis drei Wochen andauern. Bei Durch­fall und Verstopfung ist ärzt­licher Rat bereits nach zwei bis vier Tagen gefragt – damit schnell wieder Ruhe einkehrt.

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