Maestro-Karte Meldung

Wird die Maestro-Karte geklaut und zieht der Dieb dann Geld am Automaten, muss der Kontoinhaber dafür gerade stehen. Der bloße Hinweis, der Dieb müsse irgendwie die Pin-Geheimzahl her­aus­ge­fun­den haben, nützt nichts. Mit diesem Urteil schlägt sich der Bundesgerichtshof im jahrelangen Streit über die Sicherheit der Pin auf die Seite der Banken (Az. XI ZR 210/03).

Einer Kundin war das Portmonee gestohlen worden. Kurz darauf wurde Geld abgehoben, auf Anhieb mit der richtigen Pin. Der BGH nahm das als „Beweis des ersten Anscheins“, dass die Frau die Geheimzahl grob fahrlässig mit der Karte im Portmonee aufbe­wahrte. Es sei unmöglich, die Pin von der Karte auszulesen. Trotz dieses Rückschlags führt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen weitere Musterprozesse. Die Betroffenen ha­ben eidesstattlich versichert, die Pin nicht notiert oder weitergegeben zu haben. „Uns liegen über 1 000 Fälle vor, darunter Gutverdiener, die nicht wegen 500 Euro plötzlich ihre Bank belügen, bei der sie seit Jahren Kunde sind“, be­richtet VZ-Jurist Hartmut Strube. Immerhin wies der BGH darauf hin, dass solche Fälle zugunsten des Kunden ausgehen können, wenn er den Anscheinsbeweis erschüttern kann. Dann könne die Bank gezwungen sein, Einzelheiten des Sicherheitssystems offen zu legen. Doch das war bisher noch nie der Fall.

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