Der Märkischen Baugenossenschaft in Glienicke fehlen nach Angaben von Vorstand Michael Petrowitsch in der Bilanz 2002 rund 13 Millionen Euro. Grund dafür sind nach Auskunft von Genossenschaftsmitgliedern unter anderem Fehlkalkulationen im Zusammenhang mit einem Bauprojekt, die Mitte 2002 zum Rücktritt des alten Vorstands führten.

Wegen des Fehlbetrags bekommen etwa 150 Mitglieder, die zum Jahresende 2002 gekündigt haben, ihre Geschäftsguthaben nicht ausgezahlt. Schlimmer noch: Die Exgenossen wurden aufgefordert, einen Nachschuss in Höhe ihrer ursprünglich gezeichneten Genossenschaftsanteile zu leisten. In einem uns vorliegendem Fall sind das über 3 000 Euro.

Die Forderung wird mit Paragraph 73 des Genossenschaftsgesetzes begründet. Danach sind ausgeschiedene Mitglieder verpflichtet, Nachschuss zu leisten, wenn die Genossenschaft eine negative Bilanz ausweist. Bei der Märkischen wie bei anderen Not leidenden Genossenschaften ist jedoch strittig, ob die Satzung die Nachschusspflicht nicht nur für den Fall der Insolvenz vorsieht. Bevor dies nicht gerichtlich geklärt ist, sollte niemand kündigen. Sonst könnte die Nachschusspflicht doch drohen.

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