Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg hat bereits im März ein Insolvenzverfahren gegen die Madrixx AG eröffnet. Damit dürfte ein Großteil des Anlegergelds verloren sein. Finanztest hatte von Anfang an vor dem Unternehmen gewarnt. Es wollte mit Immobiliengeschäften unrealistisch hohe Gewinne erwirtschaften.

Genussscheine mit hohen Zinsen

Das Angebot der Madrixx AG an Anleger: Genusscheine mit einem Zinsversprechen von 8,25 Prozent pro Jahr. Zusätzlich sollten Anleger noch eine Gewinnbeteiligung erhalten. Doch erst einmal zog die Madrixx 17 Prozent vom Anlegergeld für Kosten ab. Mit dem verbleibenden Kapital wollte Madrixx-Vorstand Tortsen Szybowicz die „garantierten Zinsausschüttungen und Dividenden“ erwirtschaften. Das große Geld sollten Immobiliengeschäfte in Berlin einbringen.

Utopische Vorstellungen

Doch die Gewinnvorstellungen von Szybowicz für den Berliner Immobilienmarkt waren völlig unrealistisch. Unter anderem setzte er die jährlichen Renditen für Bestandsimmobilien mit 12 Prozent, für Altbausanierungen mit 30 Prozent und für den kurzfristigen Immobilienhandel mit 30 bis 40 Prozent an. Zudem plante er mit Weiterveräußerungsaufschlägen von bis zu 60 Prozent für günstig eingekaufte Immobilien.

Finanztest warnte bereits Anfang 2006

Finanztest setzte die Madrixx AG wegen überzogener Zins- und Renditeprognosen bereits Anfang 2006 auf die Warnliste und warnte Anleger vor einem Totalverlust. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Christoph Schulte-Kaubrücker, Genthiner Straße 48 in Berlin. Anleger werden wahrscheinlich zumindest einen großen Teil ihres Geldes verlieren. Ganz selten nur gelingt es im Insolvenzverfahren, Gläubigern noch zu mehr als 10 Prozent ihrer offenen Forderungen zu verhelfen.

Finanztest-Warnliste: Geldanlageangebote

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