MPC Capital Meldung

Der Vorstand der MPC Capital AG, Ulf Holländer, Dr. Axel Schroeder, Ulrich Oldehaver (v. l.) verteidigt die Vorabgewinne für Manager.

Manager des Hamburger Fondsanbieter MPC Münchmeyer Petersen Capital (MPC) sollen sich „Vorabgewinne“ von über 27 Millionen Euro ausbezahlt haben. Dabei heißt es in den Prospekten zu zwei langjährigen Private-Equity-Dachfonds: „Bevor die ... Manager ihre Gewinnbeteiligung erhalten, muss zunächst die gesamte Einlage des Anlegers ... vollständig durch Fondserträge zurückgeflossen sein.“ Anleger fordern jetzt deshalb ihr Geld zurück.

Die insgesamt 4 700 Anleger der MPC Global Equity I haben von ihrem Kapital bisher nur 32 Prozent, die des Global Equity II nur 26 Prozent zurückbekommen. Ob sie bis zum Laufzeitende in etwa fünf Jahren ihr Geld plus einer Grundverzinsung von 8 Prozent pro Jahr zurückerhalten, ist fraglich. Denn die Fonds, die mit Investitionen in Wachstumsunternehmen Geld verdienen wollen, laufen schlecht.

69 Anleger fordern jetzt über die Münchener Kanzlei Mattil & Kollegen ihr Geld zurück. Sie haben Güteanträge gestellt – die Vorstufe zu einer Schadenersatzklage.

MPC weist die Vorwürfe zurück. Laut einer Passage auf Seite 50 im Prospekt stünden den Managern Vergütungen zu. Diese würden marktüblich als „Vorabgewinne“ bezeichnet. Dass Vorabgewinne etwas anderes als eine Gewinnbeteiligung seien, habe man auf den Gesellschafterversammlungen regelmäßig klargestellt, teilt MPC mit.

Anwalt Peter Mattil lässt das nicht gelten. Die Formulierung „Vorabgewinn“ sei bewusst irreführend eingesetzt worden. Seine Mandanten hätten nur investiert, weil die Werbung, dass die Manager erst verdienen, wenn die Anleger ihr Geld plus Zinsen zurückerhalten haben, sie überzeugt hätte.

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