MP3-Spieler von Lidl Schnelltest

Klein, leicht, klangvoll, einfach zu bedienen und mit Speicher für viele Stunden Musik: So sollen MP3-Spieler sein. Einen Kandidaten schickt Lidl in dieser Woche ins Rennen. Für 50 Euro liefert der SilverCrest MH-61 einen Gigabyte Speicher und die Fähigkeit, kopiergeschützte Dateien aus dem Interneteinkauf abzuspielen. Im Schnelltest muss er zeigen, was er kann und wie er klingt.

Aufladung nur über Computer

Gleich vorneweg: Ohne Computer ist der SilverCrest MH-61 nur genau so lange zu gebrauchen, wie der Akku hält. Ein Anschluss für ein Netzteil fehlt. Der eingebaute Lithium-Ionen-Akku lässt sich allein über das USB-Kabel aufladen. Dabei ist Vorsicht nötig: Das USB-Kabel lässt sich ohne größere Anstrengung verkehrt herum ins Gerät stöpseln. Die Folge: Der Akku wird kurzgeschlossen und kann überhitzen. Unter Umständen trägt dabei auch der Computer Schaden davon. Weiteres Manko: Der Akku ist fest eingebaut und lässt sich nicht wechseln. Wenn er verschlissen ist, geht gar nichts mehr.

Keine Chance auf Wunschkonzert

Gleich zu Beginn des Schnelltests stoßen die test-Ingenieure an die Grenze des SilverCrest: Sie haben keine Wahl. Das Gerät spielt entweder eine Datei nach der andern ab oder wählt nach dem Zufallsprinzip aus, was als nächstes dran ist. Wenn ein Lied nicht gefällt, lässt es sich per Skip-Taste überspringen. Mehr Navigation gibts nicht. Ein bestimmtes Lied anzusteuern, ist damit praktisch nicht drin. So wenig Wunschkonzert lieferte noch kein anderer MP3-Spieler. Einzige Ausnahme: Der Apple ipod Shuffle. Der hat allerdings nicht einmal ein Display.

Guter Klang

Erfreulich gut schneidet der MP3-Spieler aus dem Lidl-Angebot beim Hörtest ab. Musik klingt hörbar besser als bei den meisten anderen MP3-Spielern. Klar: Vom Hifi-Hörgenuss großer Qualitätskopfhörer ist er auch weit entfernt. Aber der Klang ist viel angenehmer als das dünne und verfärbte Gefiepse, das die mitgelieferten Kopfhörer bei vielen anderen MP3-Spielern ihren Besitzern zumuten. Einschränkung: Beim Wechsel zum nächsten Lied stört ein fieses Rauschen. Schwäche der SilverCrest-Ohrhörer: Der mitgelieferte Schaumstoffüberzug lässt sich nur mit viel Fingerfertigkeit über den eigentlichen Ohrhörer ziehen und reißt dabei leicht.

Bedienung mit Schwächen

Obwohl nur wenige Funktionen zur Verfügung stehen, erfordert die Bedienung des SilverCrest etwas Gewöhnung. Die Kunststofftasten sind klein und für Menschen mit großen Händen nicht ganz einfach zu bedienen. Zum Bestätigen von Einstellungen ist ein Druck auf <Menu> erforderlich, während die meisten anderen MP3-Spieler dafür auf <Play/Pause> reagieren. Keine Schwierigkeiten macht das Laden und Überspielen von Musik. Computer mit Windows Me, XP und Vista erkennen das Gerät als Laufwerk, so dass sich Musikdateien ohne weiteres über den Explorer hin- und herschieben lassen.

test-Kommentar: Musiklotterie
Im Überblick: Technische Daten und Ausstattung

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