MP3-Spieler von Aldi Schnelltest

Aldi Nord verkauft seit gestern (Donnerstag, 19.03.2009) einen MP3-Spieler für Musik und Video. Medion Design Multimediaplayer P61000 heißt das neudeutsch. Preis: rund 40 Euro. test.de sagt, was das Medion-Gerät taugt.

Immer schmantig

Der Design Multimediaplayer bietet Musik, Videos und Fotos im stylischen Design, so die Aldi Werbung. Stylisch heißt in diesen Fall: ein schwarzes Kunststoffgehäuse, glänzend, in Klavierlack-Optik. Das ist ebenso unpraktisch wie angesagt. Jeder Fingerabdruck ist sichtbar. Das Gerät sieht immer schmierig aus. Das gilt natürlich für alle Designstücke in Klavierlack-Optik: egal ob Notebook, Handy oder Multimediaspieler.

Gut im Bild

In der Aldi-Werbung erinnert der Medion P61000 zunächst an ein Navigationsgerät. Die Abbildung wirkt groß. Was dann tatsächlich aus der Packung kommt, ist ein eher kleiner MP3-Spieler mit 6-cm-Display. Die Anzeige hat etwa Streichholzschachtel-Format. Das Bild selbst ist annehmbar. Kräftige, natürliche Farben, ausreichend Helligkeit und recht guter Kontrast. Für ein paar Fotos und ein gelegentliches Video ist der Medion-Spieler durchaus passabel.

Etwas zickig

Videos müssen aber zunächst von der mitgelieferten Software umgerechnet werden. Clips aus dem Internet akzeptiert das Designerstück selten. Etwas zickig. Diese Zickigkeit ist bei Multimediaspielern aber leider üblich. Immerhin spielt das Medion-Gerät Flash Videos ab, obwohl Aldi das nicht erwähnt. Diese FLV-Dateien sind bei Youtube und MyVideo gebräuchlich. Fotos kennt der Medion Spieler als jpeg-Dateien. Sagt Aldi. Im Test zeigte das Gerät auch gif-Dateien an und das Windowsformat bmp. Der Multimediaspieler hat eine Mini-USB-Schnittstelle. Er lässt sich vom Computer als Laufwerk ansprechen oder kommuniziert direkt mit dem Windows Media Player.

Liest viele Formate

Auch bei der Musikwiedergabe punktet das Medion-Gerät. Der kleine Spieler liest viele Formate. Neben MP3, WAV und WMA auch kopiergeschützte WMA-Dateien (DRM 9 und 10) sowie die freien Formate Ogg Vorbis und FLAC. Auch davon sagt Aldi nichts. Gut für Musikliebhaber mit großer Sammlung. Menü und Steuerung funktionieren ohne Tadel. Die Schrift in der Titelliste fällt ziemlich klein aus. Hier sind scharfe Augen gefragt. Der mitgelieferte Kopfhörer ist keine Offenbarung, klingt aber zumindest passabel. Es fehlt an Höhen. Das Gerät selbst ist recht leise. Für 40 Euro aber kein Grund zum Meckern.

Hochwertige Diktate

Das kleine Aldi-Gerät zeigt sogar Textdateien an. Mit recht willkürlichen Zeilenumbrüchen allerdings. Die eBook-Funktion ist deshalb eher ein Gimmick als ernstzunehmende Funktion. Besser funktioniert die Sprachaufzeichnung. Der Medion Spieler hat ein Mikrofon und liefert erstaunlich gute Aufnahmen als WAV- oder MP3-Datei. Damit sind hochwertige Diktate möglich. Das Gerät spielt auch MP3-Hörbücher ab. Hier fehlt allerdings eine Lesezeichenfunktion. Wer die Wiedergabe unterbricht, muss von vorn anfangen.

Zwei Stunden Video

Die Kraft für den Medion-Spieler liefert sein Lithium-Polymer-Akku. Er ist fest verbaut und nicht wechselbar. Nachgeladen wird via USB-Kabel und PC. Ein Netzgerät gibt es nicht. Der Akku hält den MP3-Player rund neun Stunden in Gang, im Videobetrieb zwei Stunden. Sagt Aldi. Im Test spielt das Gerät sogar vier Stunden Videos ab. Anders bei der Musikwiedergabe: Maximal achteinhalb Stunden statt der versprochenen neun hält das Gerät durch.

Test: 20 MP3-Spieler - mit Video und ohne

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