MP3-Spieler mit Video Test

Die kleinen Displays taugen eher für kurze Videoclips als für ganze Spielfilme.

15 Medienspieler für unter­wegs: Apple und Archos stehlen den anderen bei Bedienkonzept und Bild­qualität die Schau. Große Unterschiede bei den Akkulaufzeiten.

Mein Schlüsselbund, meine Geldbörse, mein MP3-Player: Für viele ist der tragbare Musikspieler zum unverzichtbaren Alltags-Accessoire geworden. Das Angebot ist groß, die Funktionsvielfalt wächst stetig. Alle Geräte im Test haben ein grafikfähiges Farbdisplay, können Fotos und Videos darstellen. Etliche haben Extras wie Radio, Mikrofon, Funkschnittstellen oder Internetzugang. Mit dem großen Archos 704 kann man sogar Fernsehen empfangen.

Spaß beim Bedienen

MP3-Spieler mit Video Test

Mit iTunes kann man Podcasts abonnieren und gleich auf den iPod überspielen.

Mit iTunes kann man Podcasts abonnieren und gleich auf den iPod überspielen.

Das innovativste Gerät im Test ist der 399 Euro teure iPod Touch von Apple, ein Verwandter des iPhone-Handys, das von Apple-Fans so heiß ersehnt wurde. Er hat das gleiche minimalistische Design und die gleiche Steuerung über ein berührungsempfindliches Display. Dabei ist der iPod Touch nicht der erste Multimediaspieler, den man über einen „Touch-Screen“, also einen Anfass-Bildschirm, steuert. Auch Archos 605 und 704 und der Cowon D2 haben solche Anzeigen. Und auch bei ihnen macht es schon Spaß, Funktionen auszuwählen, indem man sie im Bedienmenü direkt berührt. Doch beim iPod Touch ist diese Steuerung besonders konsequent darauf ausgelegt, sie allein mit Fingergesten zu bedienen, statt etwa wie bei den Archos-Geräten mit einem Eingabestift. So kann man zum Beispiel die Darstellung von Fotos intuitiv vergrößern oder verkleinern, indem man zwei Finger auf dem Display auseinanderzieht oder zusammenschiebt.

Macken beim Bedienen

Angesichts der gelungenen Touch-Screen-Steuerung wirken die negativen Ausreißer in Sachen Bedienkomfort umso unbefriedigender: ein wackeliges Tastenkreuz beim Technaxx, unzuverlässige Sensortasten beim Odys, auf der Gehäuseoberseite nebeneinander aufgereihte Fummeltasten beim Venzero. Wer sich einmal an ein Berührdisplay gewöhnt hat, hat für solche Macken keine Geduld.

Bei anderen Aspekten der Handhabung machen aber auch die drei iPod-Modelle keine gute Figur. So kann man sie nur über die Spezialsoftware iTunes mit Musik und Bildern vom PC bespielen. Diese Zwangsbün­delung stellt zwar sicher, dass Hard- und Software harmonisch zusammenar­bei­ten, zwingt die Nutzer anderer Program­me aber, auf iTunes umzusteigen, wenn sie sich einen iPod kaufen. Ärgerlich: Apple liefert das Programm nicht einmal mit. Stattdessen muss man sich das 40 Megabyte große Softwarepaket aus dem Internet laden – ohne Breitband-Internetzugang ist das unzumutbar.

Die meisten anderen Spieler können einfach als externes USB-Laufwerk mit Multimediadaten bespielt werden. Vorteil: Das klappt meist, egal ob der Rechner unter dem Betriebssystem Windows XP oder Vista, Mac OS X oder Linux läuft. Etliche unterstützen auch das Media Transfer Protocol (MTP) von Microsoft, das das Bespielen noch einfacher, oft aber auch langsamer macht. Voraussetzung ist allerdings Windows XP oder Vista mit dem Windows Media Player ab Version 10.

Sieger bei der Bildqualität

Deutliche Unterschiede zeigen sich bei der Wiedergabe von Musik, Fotos und Videos. Die Bildqualität hängt neben der Auflösung der Displays auch von der Helligkeit und Kontraststärke ab. Am besten ist sie beim Apple iPod Touch und iPod Classic sowie beim Archos 605 und 704. Wichtig ist auch die Bildschirmgröße: Videos in Spielfilmlänge kann man allenfalls auf dem großen Archos 704 genießen, der auch Fernsehsendungen empfangen und aufzeichnen kann. Die kleineren Displays der anderen Spieler eignen sich eher für kürzere Video-Clips, zum Beispiel für Video-Podcasts aus dem Internet. Der iPod Touch trägt dem besonders Rechnung: Per WLAN-Funkschnittstelle kann er Verbindungen ins Internet aufbauen. Neben einem Browser-Programm für Webseiten hat er auch eine Spezialsoftware für den Videodienst Youtube mit an Bord. Damit kann man dann per WLAN allerlei lustige Videoschnipsel direkt aus dem Netz ansehen.

„Gute“ Kopfhörer bei drei Anbietern

Bei der Tonqualität zeigt sich erneut: Die Spieler selbst klingen allesamt tadellos, nicht jedoch die mitgelieferten Kopfhörer. Am schlechtesten sind die vom Maxfield, dem mit 54 Euro billigsten Gerät im Test. Will der Käufer hier einen vernünftigen Klang, muss er noch den Preis für ein Paar ordentliche Kopfhörer aufschlagen. „Gute“ Kopfhörer liefern nur Apple, Samsung und Venzero mit.

Interessantes tut sich bei den Akkus: Immerhin vier Spieler im Test schaffen „sehr gute“ Laufzeiten im Musikbetrieb. Spitzenreiter ist der Cowon D2 mit 48 Stunden, dicht gefolgt vom iPod Classic mit 46 Stunden. Doch auch das andere Extrem ist vertreten: Maxfield, Technaxx und Trek­stor schaffen nicht einmal 10 Stunden. Leider haben inzwischen fast alle einen fest eingebauten Akku. Einzig der Archos 704 hat einen vom Anwender wechselbaren Spezialakku, für den es hoffentlich auch in ein paar Jahren noch Ersatz zu kaufen geben wird.

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