Die Taschenspieler haben sich zu attraktiven Unterhaltern gemausert. Mit Aufnahmen, Radio, Video und mehr sorgen sie für Spaß. Manche jedenfalls.

Es ist noch gar nicht lange her, da passten auf einen kleinen MP3-­Spieler nur ein paar Mu­sikstücke in mäßiger Qualität. Für wenig Speicherplatz ging viel Geld über den Ladentisch. Nun sind die Mini-Mu­sik­speicher in den vergangenen Jahren zwar auch nicht viel billiger geworden, viel besser aber schon. Speicherchips, die Flashspeicher, erlauben mittlerweile bis zu 20 Stunden Musik, die auch noch gut klingt. Wer sich einen Spieler mit Festplatte statt mit Speicherchip zulegt, bekommt ein weiteres Vielfaches unter. Da kann er sich nach Herzenslust Musik herunterladen und auf dem Miniteil speichern.

Diskettenersatz

Insbesondere die Festplatten empfehlen sich für mehr Anwendungen als nur zum Speichern von Musik. Viele Modelle nehmen auf, spielen Radio, einzelne auch Videoclips oder gar Spielfilme oder dienen als Diktiergerät. Eins aber können alle: Sie funktionieren wie ehemals Disketten als Datenspeicher: Einfach die Datei über den USB-Anschluss aus dem Computer auf den Spieler laden und im nächsten PC wieder auslesen. Unterschied: Auf MP3-Spieler passen viel mehr Daten als auf die Diskette.

Digitaler Audiorekorder

Attraktiv ist die Aufnahmefunktion. Über einen Signaleingang (Line) wird der Spieler mit beliebigen analogen Audiosigna­len (stereo) versorgt, beispielsweise aus dem Rekorderausgang einer Stereoanlage, dem Line-Ausgang eines CD-Spielers oder, wenn die technischen Daten passen, von einem Stereopärchen Mikrofone. Der Spieler wiederum wandelt die Analogsignale in MP3-Digitalsignale um und speichert sie als Datei auf dem Flashspeicher oder der Festplatte. Von dort können sie beliebig wiedergegeben, oder bei nächster Gelegenheit zur Weiterverarbeitung auf einen PC überspielt werden. Sehr gute Audio-Aufnah­men machen der große Archos-Spieler AV 700, iRiver, die beiden Sam­sung, SupportPlus, Trek­stor und Ty­phoon. Creative, die beiden Maxfield und Thomson können zwar auch auf nehmen, aber ihr Klang ist mager.

Diktiergerät

Akustische Signale digitalisieren – das geht auch, wenn der Spieler über ein eingebautes Mikrofon verfügt. Nur dass die Aufnahme dann mono ist. Mehr als jeder zweite Spieler im Test hat ein solches Mikrofon (siehe Tabelle, technische Merkmale). Doch für mehr als Sprachnotizen taugen die MP3-Spieler selten. Guten Klang bieten dnt, iRiver und SupportPlus, sehr gut klingen die Mikrofonaufnahmen des Mpio.

Radioempfänger

Das in viele Spieler eingebaute Radio gefiel unseren Prüfingenieuren kaum. Dabei ist es nicht nur der Klang, der den Spaß vergällt, sondern auch die Qualität der Aufnahme, wenn vom Radio Sendungen digitalisiert und gespeichert werden. Rauschen, Zwitschern und andere Störgeräusche untermalten die Testaufnahmen, selbst wenn das Gerät in Ruhe auf dem Labortisch lag. Das taugt bestenfalls mal zwischendurch zum Nachrichtenhören.

Fotowiedergabe

Noch weniger Lorbeeren als die Radioteile bekamen die Spieler für ihre Fotowiedergabe. Fast jedes zweite Gerät ist mit einem Farbdisplay ausgestattet. Doch was für gefällige Schriftdarstellungen gut ist, muss für Bilder noch nicht genügen. Die Mehrzahl der „fototauglichen“ Spieler handelte sich in dieser Disziplin mehr oder weniger schlechte Noten ein. Klein, pixelig und verzerrt, stand im Prüfprotokoll. Doch es geht auch anders. Das beweisen die Apple-Spieler und Archos AV 700. Dabei nehmen Apple iPod Video und Archos eine Sonderstellung ein. Beide sind auch „gute“ Videospieler.

Videospieler

Der Apple iPod Video eignet sich für Videoclips, die von Apples Download-Plattform iTunes heruntergeladen werden (siehe Test Musikdownload). Doch Achtung: Für das Überspielen von Videodateien, die nicht von iTunes stammen, ist eine besondere Software (Quick Time Pro, 30 Euro) erforderlich. Ob sich das lohnt, hängt wohl vom Interesse für Musikvideos ab. Die Bildwiedergabe des iPod gefällt zwar, doch über längere Zeit auf dem kleinen Bildschirm Videos anzusehen, dürfte schnell ermüden.

Da ist der über ein halbes Kilogramm schwere Archos AV 700 ein ganz anderes Kaliber. Er zeigt sogar komplette Spielfilme, die er als Datei von einem Computer überspielt bekommt. Sein großer 16:9-­Bildschirm lädt zum Filmegucken geradezu ein. Den Spieler auf dem Schoß und den Hörer auf dem Kopf – schon hat der Nutzer sein eigenes Kino. Und 4,5 Stunden Betriebsdauer im Videobetrieb reichen locker für zwei Krimis.

Videorekorder

Der Archos ist nicht einmal auf einen PC als Videoquelle angewiesen. Über einen separaten Receiver, beispielsweise einen Sat-TV- oder DVB-T-Empfänger, arbeitet er auch als Videorekorder. Er speichert jede beliebige Sendung – entweder über seinen Timer oder per Sofortaufnahme. Bis zu 40 Filmstunden passen auf die Platte – in brauchbarer Qualität.

Meist werden Musik- und Bilddaten aber per USB-Anschluss vom Computer zum MP3-Spieler übertragen.

Tipp. Ist das Überpielen per USB abgeschlossen, ziehen Sie nicht einfach den USB-Stecker aus dem Spieler. Sonst droht Daten­verlust. Das trifft auch auf eine Spei­cherkarte zu, wenn sie aus dem Kartenleser entfernt wird. Windows 2000, ME und XP bieten die Funktion „Hardware sicher entfernen“. Wird sie gewählt, kann nichts passieren – weder bei aktuellen noch bei alten MP3-Spielern.

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