Musik, Film, Foto – die Player haben viele Talente. Doch Designgeräte mit Bedienschwächen, aber auch zu hohe Lautstärken sowie winzige Displays dämpfen die Begeisterung.

Lieblingsmusik auf Knopfdruck, ob in der U-Bahn oder beim Sonnenbad: Kein Gerät zaubert sie so einfach herbei wie ein MP3-Spieler. Kein Wunder, dass die Nachfrage groß ist. Mehr als acht Millionen wurden 2005 in Deutschland verkauft, der Umsatz stieg um 160 Prozent. test hat 18 Spieler unter die Lupe genommen (Kommentare siehe Produktlinks in der Tabelle „Tragbare Audio- und Videospieler“). „Guten“ Ton bieten fast alle, einige aber außerdem auch das eine oder andere Extra.

Ich will unterwegs Videos sehen

Wer nicht nur Musik hören will, sondern auch Filme ansehen möchte, braucht ein Gerät mit Videofunktion. Doch nur weil ein Hersteller sein Produkt als Multimedia-Alleskönner ausgibt, muss Filmegucken damit noch lange keinen Spaß machen: Zum Beispiel wenn die Auflösung des Displays für ein gutes Bild nicht ausreicht oder Spieler und Display unpraktisch klein sind. Auch ärgerlich: Wenn der – oft nicht gerade billige – Play­er nur wenige Videoformate liest und Filme vor der Wiedergabe erst mühevoll umzuwandeln sind.

Tipp. Sehen Sie sich im Laden einen Filmausschnitt auf dem Display an. Eine „gute“ Note im Prüfpunkt Vi­deo­wiedergabe hat Archos Gmini 500, der auch mit sehr vielen Videoformaten zurechtkommt.

Ich will all meine Songs bei mir haben

Soll der Spieler die gesamte CD-Sammlung „trans­portabel“ machen, ist ein Gerät mit Festplatte ab 20 Gigabyte Speichergröße das richtige wie der Creative Sleek Photo oder der Sony-Spieler. Wem aber rund 16 CDs am Stück reichen und wer bereit ist, öfter mal neue Musik darauf zu laden, den macht auch ein Flashplayer mit 1 Gigabyte (kleiner, leicht und billiger!) glücklich.

Tipp. Die „Zwischenlösung“ sind Spieler mit 4 bis 8 Gigabyte Speicherplatz wie der Creative Zen Micro Photo. Der reicht locker, um zwei Wochen lang täglich bei der Fahrt zur Arbeit abwechslungsreiche Musik zu hören, und er ist nicht so kostspielig wie ein 20- oder gar 30-Gigabyte-Gerät.

Ich will einfache Bedienung

Geräte für unterwegs sollten Titelsuche oder Navigation so leicht wie möglich machen. 16 Spieler erhielten hier „gut“ oder „befriedigend“. Zwei Audioplayer aber fallen durch „ausreichende“ Handhabung unangenehm auf, außerdem sind sie wenig vielseitig: Trekstor i.Beat jess und das Designgerät BeoSound 2 von Bang & Olufsen. Das ärgert – besonders beim BeoSound 2, für den 495 Euro fällig werden.

Tipp. Auch wer ungewöhnliches Design liebt, sollte sich kritisch fragen, ob er wie beim BeoSound 2 zum Beispiel auf Display oder Repeatfunktion verzichten will. Probieren Sie wichtige Bedienschritte am besten stets an einem Vorführgerät aus.

Ich möchte mein Gehör schützen

Gut so, denn wer sich oft zu stark beschallen lässt, droht „lärmschwerhörig“ zu werden. Das ist unheilbar. Der Schaden hängt von Intensität und Dauer der Lärmeinwirkung ab. Schon Geräusche ab einem Pegel von 85 Dezibel können bei regelmäßiger Einwirkung über Monate hinweg (mehr als acht Stunden am Tag) zu Schäden führen. Am Arbeitsplatz ist ab 80 Dezibel Gehörschutz bereitzustellen. In Frankreich ist für MP3-Spieler die Grenze von 100 Dezibel – das entspricht einem Presslufthammer – gesetzlich vorgeschrieben. Ein solches Gesetz gibt es in Deutschland nicht, aber die Bundesärztekammer fordert auch hier eine Höchstgrenze.

Weil MP3-Spieler speziell bei Kindern und Jugendlichen begehrt sind, die sie unvorsichtig nutzen könnten und oft zusätzlich in der Diskothek laute Musik hören, schenken wir der Höchstlautstärke besondere Beachtung: In diesem Test überschritten drei Spieler (Cowon-Geräte, Trekstor i. Beat jess) unsere Höchstgrenze von 104 Dezibel. Sie wurden im test-Qualitätsurteil abgewertet.

Tipp. Vergewissern Sie sich öfter, dass Sie nicht zu laut Musik hören. Bei manchen Spielern wie dem Sony im Test ist eine Lautstärkebegrenzung aktivierbar. Apple bietet für den iPod Nano (siehe test 1/06, Note 2,8) und den iPod der fünften Generation ein Software-Update, mit dem sich die Höchstlautstärke selbst festlegen lässt – auch mit „Kindersicherungs“-Code.

Ich will meinen Lieblingskopfhörer nutzen

Das ist in der Regel auch sinnvoll. Alle Spieler klingen mit einem hochwertigen Hörer besser als mit dem mitgelieferten.

Tipp. Falls Sie den mitgelieferten Hörer nutzen: Einige sind als Ohrstöpsel, andere mit Ohrenbügeln konstruiert. Lassen Sie sich die Modelle im Laden zeigen.

Ich will mit dem Player joggen

Dann ist ein Spieler mit Speichertyp „Flash“ die richtige Wahl (siehe Spalte „Speicherkapazität / Speichertyp“ in der Gesamttabelle „Tragbare Audio- und Videospieler“). Denn Player mit dem Speichertyp „Flash“ sind meist kleiner und leichter als Geräte mit Festplatte. Außerdem sind sie robuster und sehr unempfindlich gegen Erschütterungen und Stöße.

Tipp. Fragen Sie im Laden nach, ob Umhängeband oder Gürtelclip mitgeliefert werden oder zumindest zu kaufen sind.

Ich will auch Kaufmusik

Manche Nutzer möchten nicht nur Songs von CD „rippen“, also in MP3 umwandeln. Sie wollen Musik auch in Kaufportalen im Internet herunterla­den. Doch nicht jeder Player ist mit jedem Portal kompatibel. So spielen einige das verbreitete Format WMA ab, aber nicht Atrac oder AAC aus den Shops von Sony oder Apple – und andersherum. Außerdem gibt es Spieler, die nur MP3s spielen: Nichts für Kaufmusik-Kunden!

Tipp. Geräte mit Line-Eingang zeichnen direkt vom CD-Spieler auf. Acht Spieler im Test nehmen auch über ihr Radio auf.

Ich will Sound aus HiFi-Boxen

Das geht mit jedem Player via Adapter mit Klinkenstecker vorn und Cinchsteckern hinten.

Tipp. Klinkenstecker in den Kopfhörerausgang des Spielers, Cinchstecker in Audioeingänge der HiFi-Anlage – viel Spaß!

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