MP3-Sonnenbrille Schnelltest

Wer cool sein will, geht nicht ohne Sonnenbrille aus dem Haus. Doch es geht noch cooler: Lidl hat eine Sonnenbrille mit eingebautem MP3-Player im Angebot. Die Ohrhörer hängen jeweils an Spiralkabeln von den Bügeln herab, fünf Tasten sind am rechten Bügel integriert. 512 Megabyte Kapazität hat der Flashspeicher. Das reicht für acht Stunden Musik im MP3-Format. Wem das Design gefällt und wer für Coolness 89,99 Euro ausgeben will, sollte sich dennoch vorher fragen: Sitzt die Brille ordentlich, reicht der UV-Schutz der Gläser, macht der Player ordentlichen Sound und funktioniert die Technik? test.de gibt Antworten.

Harte, starre Bügel

Auch hier gilt, was bei allen Sonnenbrillen zählt. Die Bügel dürfen nicht drücken und das Gestell muss stabil sitzen. Diesen Komfort werden die wenigsten Lidl-Kunden haben. Die Brillenbügel sind aus hartem, starren Kunststoff, sie passen sich der Kopfform nicht an. Der Kopf muss also genau zur Bügelform passen. Ansonsten gibts unangenehme Druckstellen. Die Stege liegen schon angenehmer auf der Nase, weil sie gummiert sind. Allerdings sind sie recht weit voneinander entfernt, so dass die Brille auf schmalen Nasen herumtanzt.

Ordentlicher Klang

Zum Hörtest. Als erstes fällt auf: Die Ohrhörer bleiben bei Leuten mit größeren Ohrmuscheln nicht lange sitzen. Das Spiralkabel zieht durch den Federzug nach oben zum Bügel hin und somit können die Stöpsel aus den Ohren rutschen. Das können Lidl-Kunden verhindern, indem sie die beiliegenden Schaumstoffpads verwenden. Doch mit ihnen drücken die Stöpsel nach einer gewissen Zeit. Das ist schade, denn die Ohrhörer haben einen ordentlichen Klang. Bis auf den Bass gibt der MP3-Player alle Frequenzbereiche klanggetreu wieder. Kunden haben allerdings keine Möglichkeit, den Sound etwa durch einen anderen Kopfhörer oder mittels Equalizer zu verbessern.

Datentransfer per USB

Die Musik kommt per USB-Kabel auf die Sonnenbrille. Es liegt ein USB-Kabel mit Mikro-Klinken-Stecker bei. Den Flashspeicher zeigt Windows XP als externes Laufwerk an, so dass Lidl-Kunden auch gewöhnliche Daten auf den Speicher transferieren können. Die Übertragung von 100 Megabyte Daten - egal welches Format - dauern 123 Sekunden. Beim Abspielen von MP3s gibts keine Probleme. Der Player spielt fehlerfrei bis zu 320 Kilobit pro Sekunde komprimierte Daten fehlerfrei ab. Außer MP3-Dateien laufen auch WMA- und OGG-Formate mit variabler Datenrate. Vorsicht: Kopiergeschützte WMA-Dateien, also WMA-DRM, bleiben stumm.

Acht Stunden Akku

Auch der Akku wird per USB-Kabel mit Strom versorgt. Er hält etwa acht Stunden und ist in eineinhalb Stunden wieder aufgeladen. Die Bedienung des Players ist wenig intuitiv. Ein Display fehlt, die Tasten sind mehrfach belegt. Mit den Skip-Tasten lässt sich nicht nur zum nächsten Titel springen, sondern bei längerem Halten auch die Lautstärke regeln. Das verwirrt, weil normalerweise längeres Halten von Skip-Tasten ein Vor- und Zurückspulen bewirkt. Diese Funktion ist bei der MP3-Sonnenbrille gar nicht vorgesehen. Die komplizierte Bedienung führt auch dazu, dass der Musikhörer seine Brille und die Ohrhörer immer mal wieder abnehmen muss, um sich auf den Tasten zu orientieren. Das ist natürlich schlecht für den Coolnessfaktor.

Hinreichender UV-Schutz

Hilfe von der Bedienungsanleitung können sich Lidl-Kunden übrigens nicht erhoffen. Die ist sehr unübersichtlich, verwirrend, schwer verständlich und aufgrund der kleinen Schrift schlecht zu lesen. Außerdem enthält sie Fehler. So verwechselt die Anleitung etwa die Zufallswiedergabe mit der wiederholten Wiedergabe. Eine Sache macht die Sonnenbrille übrigens fehlerfrei: Die Augen hinreichend vor der Sonne schützen. Der UV-Schutz weist keine Mängel auf.

test-Kommentar: Besser getrennt
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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