MP3-Player von Real Schnelltest

Klein, leicht und in unschuldigem Weiß kommt der MP3-/WMA- und Mini-Movie-Player Axxion-632 von Real daher. In Abmessungen und Farbe ist er damit offensichtlich dem iPod Nano nachempfunden. Das wars aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten: Die schicke Aufmachung kann über Schwächen in der Bedienung nicht hinwegtäuschen. Immerhin: Mit knapp 80 Euro und einem Flash-Speicher von 1 Gigabyte ist er deutlich preiswerter als vergleichbare Geräte im aktuellen Vergleichstest. test.de hat im Schnelltest geprüft, was er sonst noch zu bieten hat.

Kräftiger Druck

So zart der Player äußerlich auch scheint, so derb ist er in der Handhabung. Im Gegensatz zum sensiblen Klick-Wheel beim iPod ist beim MP3-Player von Real schon enorme Kraft nötig, um sich durch das Menü zu klicken. Umso schlimmer, dass es keine Auflistung der geladenen Musikalben gibt. Stattdessen muss sich der Musikfan Song für Song durchs Menü arbeiten. Eine echte Herausforderung für die Daumen. Relativ große Zwischenräume zwischen Tasten und Bedienfeld lassen zudem baldiges Verschmutzen erahnen.

Überladenes Display

Im Normalbetrieb wirkt das Display einigermaßen scharf, aber ziemlich überladen. Einige Informationen wie die dauerhafte Volume-Anzeige und die Angabe des Equalizermodus sind überflüssig. Bei Foto- oder Videowiedergabe wirkt der Bildschirm allerdings etwas unscharf. Hauptprobleme dabei: die Bildschirmgröße von nur 3,8 Zentimetern, die geringe Auflösung und die extreme Abhängigkeit vom Blickwinkel. Schon bei kleinsten Abweichungen vom optimalen Blickwinkel droht das Bild ins Negative zu kippen. Helle Bildpunkte erscheinen dunkel und umgekehrt.

Schwache Kopfhörer

Auch bei der Ausstattung zeigten die Daumen der Prüfer klar nach unten. So wird das Gerät mit zwei CD-Roms geliefert, eine gedruckte Bedienungsanleitung findet sich jedoch nicht. Der Real-Player selbst klingt zwar ganz gut, die mitgelieferten Kopfhörer sind aber minderwertig. Einfach einen besseren Kopfhörer kaufen und anstecken ist leider nicht möglich: An dem Gerät befindet sich eine 2,5 Millimeter Mikroklinkenbuchse anstelle der sonst üblichen 3,5 Millimeter Buchse. Einen Ersatzkopfhörer mit entsprechendem Stecker zu finden, dürfte schwierig werden. Immerhin wird der Player mit einem Steckernetzteil mit USB-Anschluss und einem separaten USB-Kabel geliefert, das nicht nur dem Aufladen dient, sondern auch als Verbindungsglied zwischen Computer und MP3-Player funktioniert.

Fehlende Formate

Im täglichen Betrieb stört vor allem die relativ langsame Datenübertragung von Musiktiteln auf den Player. Das Gerät spielt MP3 in den gängigen Formaten und einige WMA-Dateien ab. Kopiergeschützte WMA-Formate haben allerdings keine Chance, vom Player abgespielt zu werden. Für Leute, die ihre Musik gerne auch im Internet kaufen, ist das Gerät deshalb ungeeignet.

Unfreiwillige Komik

Ganz unterhaltsam ist es, das deutsche Bildschirmmenü des in China hergestellten Gerätes einfach mal auszuprobieren. Die Musikrichtung „Rock“ wird da etwa zum „Felsen“, hinter dem Punkt „Gelegentlich“ verbirgt sich die Zufallswiedergabe und die „Gedächtnis-Info“ gibt darüber Aufschluss, über wieviel freien Speicherplatz das Gerät verfügt.

test-Kommentar: Grobe Mängel
Technische Daten und Ausstattung:  Im Überblick
Im Vergleich: 18 MP3-Spieler im Test

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