MP3-Player von Real Schnelltest

Mit einem kleinen, wahlweise weißen oder schwarzen MP3-Player für 44,95 Euro wirbt Real in dieser Woche um Käufer. Das Design des Watson MP 3200-3 erinnert an die erste Ipod Nano-Generation. Zwei Gigabyte Speicher reichen für rund 32 Stunden MP3-Musik. Der Schnelltest klärt, ob der Player gut klingt und sich vernünftig handhaben lässt.

Kein Zugriff auf Titel-Daten

Schwierigkeiten bereitet schon das Auspacken. Das Gerät steckt in einer unnötig großen, durchsichtigen Kunststoffverpackung, die sich nur mit Schere öffnen lässt. Außer dem eigentlichen Player stecken noch Ohrhörer, Kabel, Adapter und eine kleine CD mit Software drin. Der Player selbst funktioniert unter Windows2000 und XP ohne jede Installation von Software. Über USB-Kabel lässt er sich vom PC aus mit Musikdateien versorgen. Abspielen lassen sich MP3- und WMA-Dateien. Bei kopiergeschützten Songs bleibt der Player allerdings stumm. Schwachpunkt: Sind die Lieder erst einmal auf dem Spieler, sind sie nur schlecht wiederzufinden. Die Suche nach ID3-Tags, in der Datei gespeicherte Informationen zu Titel und Interpret, ist nicht möglich. Nur anhand des Dateinamens lässt sich ein Stück ansteuern und abspielen.

Bilder kaum zu erkennen

Auch Fotos (JPG-Dateien) und Videos (nach Konvertieren aller wichtigen Dateiformate mit der beiliegenden Software) kann der Player abspielen. Viel Sinn macht das allerdings nicht. Das 2,6 mal 2,8 Zentimeter kleine Display mit 128 mal 128 Bildpunkten lässt kaum etwas erkennen. Mindestens 1 000 Quadratmillimeter Displayfläche sind Voraussetzung, damit test.de die Videofunktion als solche bewertet. Der Real-Player kommt jedoch nur auf 728 Quadratmillimeter. Viel mehr Bildqualität verspricht die Verpackung des Players: „65 000 Pixel“, heißt es dort. In den technischen Daten auf der Rückseite der Verpackung ist davon nichts zu finden.

Ohrhörer ohne Halt

Auch als Musik-Player taugt das Real-Sonderangebot wenig. Bei keinem der Mitarbeiter im test-Labor hielten sie gut. Schon bei kleinen Bewegungen fielen sie aus dem Ohr heraus. Außerdem fehlt die Kennzeichnung mit R(echts) und L(inks). Die seitenrichtige Wiedergabe von Stereo-Aufnahmen ist damit reine Glückssache. Schlimmer noch: Der Klang ist dünn. Von tiefen Tönen ist kaum etwas zu hören. Mittlere und hohe Frequenzen klingen verfärbt und blechern. Schwacher Trost: Mit guten Ohr- oder gar Kopfhörern ist der Klang einwandfrei. Anständige Qualität ist für Preise ab 30 Euro zu haben.

Navigation mit Schwächen

Aufnahmen mit dem eingebauten Mikrofon funktionieren bei Einstellung der höchsten Qualität soweit einwandfrei. Sie klingen trotz deutlich hörbarem Rauschen ganz passabel. Bei der Bedienung leistet sich der MP3-Spieler allerdings weitere Schwächen. Wer in der Titelliste rauf und runter navigieren will, muss die Skiptasten links und rechts drücken. Nicht mal die Lautstärke lässt sich auf Anhieb regeln. Erst nach Aktivierung mit „Vol.“-Taste funktionieren die Tasten für lauter und leiser. Immerhin: An der maximal möglichen Lautstärke gibts nichts auszusetzen. Sie ist mit 82,5 Dezibel völlig ausreichend und nicht so laut, dass Gehörschäden drohen.

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