MP3-Player Meldung

MP3-Player und ihre Datenträger: LG MF-PD 330, LG AHA-FD 770, Schneider MP Man F 20 (v.l.).

MP3-Player sind der letzte Schrei in der Musikaufzeichnung, ihre Wiedergabe ist aber kein Ohrenschmaus.

Musik aus dem Internet: Dieser Slogan hat den Begriff MP3 schlagartig bekannt gemacht. Bei MP3 handelt es sich um ein Datenkompressionsverfahren, das auf Forschungsergebnissen des Fraunhofer-Instituts basiert. Zweck der Übung: möglichst viel Musik auf möglichst wenig Speicherplatz mit möglichst geringen Qualitätseinbußen unterzubringen.

Obwohl das Herunterladen aus dem Netz die wahrscheinlich beliebteste Anwendung für das MP3-Datenformat ist, ist es gar nicht zwangsläufig an das WorldWideWeb (www) gebunden. Was man für MP3-Player auf jeden Fall braucht, ist ein Computer. Mit Hilfe von MP3 lässt sich zum Beispiel auch CD-Musik, die man auf den Computer geladen hat, komprimieren. Eine selbst gebrannte CD mit solchen Dateien kann bis zu 20 Stunden Musik speichern.

MP3-Player machen die vormals an den Computer gebundenen Dateien mobil. Wir haben drei aktuelle Modelle - LG AHA-FD 770 für 500 Mark, LG MF-PD 330 für 350 Mark sowie Schneider MP Man F 20 für 300 Mark - einem Kurztest unterzogen.

Musik auf Mikrochips

MP3-Player Meldung

MP3-Player speichern ihre Musikdaten nicht auf Band oder Disc, sondern auf Mikrochips. Neben MP3 können sie auch andere Datenformate, zum Beispiel Textdateien, transportieren.

Alle drei Geräte bringen serienmäßig eine Kapazität von 32 Megabyte (MB) mit, das entspricht einer halben Stunde MP3-Musik. Das Schneider-Modell hat einen internen Festspeicher, der sich über eine zusätzliche SmartCard bis auf 64 MB erweitern lässt. Das ist auch die maximale Kapazität der beiden LG-Player, nur haben sie anstelle eines internen Speichers zwei SmartCard-Einschübe. Mitgeliefert werden zwei Karten à 16 MB. Beim LG AHA-FD 770 lassen sich diese eigentlich nur mit einer Pinzette aus dem Gerät ziehen.

Das genannte LG-Modell ist auch in anderer Hinsicht ein Sonderfall, da es ein UKW-Radioteil und einen Kassettenspieler enthält. Ein Vielzweckgerät also, dafür jedoch deutlich größer und schwerer als ein reiner MP3-Player.

Klein, aber wenig oho

Die Kompaktheit ist einer von zwei großen Vorteilen dieser Produktgruppe. Noch kleiner ist die mobile Wiedergabe gespeicherter Musik derzeit nicht zu haben. Der zweite Vorteil: MP3-Player sind unempfindlich gegen Erschütterungen und in dieser Hinsicht sogar Minidisc-Rekordern weit überlegen.

Das wars aber schon. Technisch und in der Handhabung bleiben viele Wünsche offen. So ist die Klangqualität bei üblicher Kompressionsrate (128 kbit/s) nicht berühmt. Das liegt auch, aber nicht nur an den mitgelieferten Kopfhörern. Selbst aus einem hochwertigen Leichtkopfhörer tönt es dumpf und dynamikarm. Unsere HiFi-erfahrenen Hörtester empfanden den Sound als kraftlos und fade ­ und um Längen schlechter als bei einem tragbaren MD-Rekorder.

Zu den Übertragungszeiten: Am schnellsten war der Schneider, der vier Dateien mit rund 13 Minuten Musik in 1:45 Minuten vom Rechner in den Player holte. Die beiden LG-Modelle brauchen dafür deutlich länger, nämlich zwischen vier und viereinhalb Minuten.

Äußerst träge geht mitunter der so genannte "Upload", also die Übertragung vom Player auf den Computer. Wozu man das braucht? Zum Beispiel, um Datenpakete von einem Rechner zum anderen zu transportieren. Ein nützlicher Nebeneffekt dieser Player, mehr nicht. Etwa 45 bis 50 Minuten muss man bei den LG-Modellen ausharren, ehe ein Datenpaket von 12 MB geladen ist. Der Schneider ist auch hier sehr viel schneller, hat aber eine entscheidende Einschränkung: Mit ihm lassen sich zwar Text- und andere Daten auf den Rechner schicken - nur keine MP3-Dateien.

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