Gerade erst hatten sich private wie öffentlich-rechtliche Fernsehsender auf die Multimedia Home Platform (MHP) als Standard für Zusatzdienste im digitalen TV geeinigt, da geht der Streit schon weiter: Die US-amerikanische "Liberty Media", neuer Eigentümer großer Teile des bundesdeutschen TV-Kabelnetzes, will die Kunden mit einer eigenen Digital-TV-Box beglücken ­ aber ohne MHP. Dahinter stehen laut Liberty "keine Vorbehalte gegen MHP". Für die Einführungsphase verzichte man des lieben Geldes wegen auf MHP.

Liberty plant, die Box kostenlos an seine rund zehn Millionen Kabelkunden zu verteilen. Bei einem Aufpreis von 60 bis 80 Euro pro Box für MHP bedeute das für den Netzbetreiber Mehrkosten von 600 bis 800 Millionen Euro.

Langfristig scheint Liberty schon auf MHP zu setzen ­ die Techniktochter "Liberate" hat gerade diesen Standard vom Münchner Institut für Rundfunktechnik lizenziert. Liberty: "Was in drei Jahren ist, ist eine andere Sache." Soll heißen: Dann könnte an die Kunden die nächste Generation der Set-Top-Boxen verteilt werden.

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