Luftverkehrsteuer Meldung

Die neue Luftverkehrsteuer verteuert Flüge im nächsten Jahr je nach Entfernung um 8 Euro, 25 oder gar 45 Euro.

Dreistufige Steuer

Das von der Bundesregierung am 1. September beschlossene Haushaltsbegleitgesetz 2011 führt eine dreistufige Luftverkehrsteuer ein. Sie wird seither für alle Flüge kassiert, die im nächsten Jahr von einem deutschen Flughafen starten. 8 Euro beträgt sie für Inlandsflüge, Flüge in Europa sowie unter anderem nach Marokko, in die Türkei, nach Tunesien, nach Zypern und nach Russland. 25 Euro werden für Flüge in den Nahen und Mittleren Osten fällig, beispielsweise nach Ägypten, Israel, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Für Fernflüge etwa in die USA, nach Kanada, Australien, Neuseeland oder China beträgt die Steuer 45 Euro.

Zahlender Kunde

Viele Fluggesellschaften und Reiseveranstalter haben angekündigt, die Steuer voll oder teilweise an die Kunden weiterzugeben. So wird es die beliebten 99-Euro-Tickets der Lufthansa wohl nur noch selten geben. Denn für diese Hin- und Rückflüge muss die Airline allein für die Flugsteuer rund 19 Euro inklusive Mehrwertsteuer an den Fiskus abführen. Auch die Billigflieger werden teurer. Sonderaktionen, bei denen die Airlines draufzahlen, soll es aber weiterhin geben. Die großen Pauschalreiseveranstalter kassieren sogar noch einen Aufschlag. Tui und Thomas Cook berechnen für Europastrecken einen Steuerbetrag von 10 beziehungsweise 9 Euro.

Ökologischer Anreiz

Mit der Luftverkehrsteuer will die Bundesregierung nicht nur Geld einnehmen, so teilte sie mit, sondern auch einen ökologischen Anreiz setzen. Die Steuer ersetze die auf europäischer und internationaler Ebene derzeit nicht durchsetzbare Besteuerung von Flugbenzin. Das geplante Entlastungsvolumen für den Bundeshaushalt belaufe sich auf eine Milliarde Euro jährlich, bis 2014 auf vier Milliarden Euro. Die Branche kritisiert die Steuer dagegen als Jobkiller. Dänemark und die Niederlande hätten sie aus diesem Grund wieder abgeschafft.

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