Der Arbeits­kampf der Flug­begleiter der Luft­hansa bringt den Flug­verkehr in Deutsch­land und auch interna­tional durch­einander. Tausende Reisende müssen voll­ständig umplanen. Noch ist nicht klar, wann sich die Flugpläne wieder normalisieren. Welche Rechte Reisende haben, wenn Streiks die Flugpläne durch­kreuzen, erklärt test.de.

Informationen über Flug­status einholen

Solange der Tarif­konflikt zwischen den Flug­begleitern und dem Arbeit­geber Luft­hansa nicht beigelegt ist, müssen Luft­hansa-Kunden in nächster Zeit bei ihren Flügen mit Komplikationen rechnen. Doch bevor Betroffene auf eigene Faust auf Basis von Gerüchten Flüge selbst stornieren oder umbuchen, sollten sie sich zunächst informieren, ob ihr Flug über­haupt betroffen ist. Die Lufthansa informiert, welche Flüge gestrichen sind. Flug­gäste können auch den Status ihres Fluges erfahren, indem sie auf der Serviceseite der Lufthansa ihre Flug­daten eingeben. Wer sich auf der Seite registriert, wird auto­matisch per E-Mail oder Twitter informiert, sobald sich der Flug­status ändert.

Bahn statt Flugzeug

Flug­gäste, deren inner­deutsche Flüge aufgrund des Streiks gestrichen wurden, können die Züge der Deutsche Bahn nutzen. Dafür wandeln sie das elektronische Ticket online auf einer Serviceseite der Lufthansa oder an einem Luft­hansa-Check-in Auto­maten in einen Reise­gutschein um. Wenn sie das Flugti­cket online umge­tauscht haben, können Reisende den Reise­gutschein entweder ausdrucken oder sich per E-Mail oder SMS auf ihr Mobiltelefon senden lassen.

Kostenrisiko bei alternativen Verkehrs­mitteln

Auf eigene Faust alternative Verkehrs­mittel zu buchen, ist riskant. Zwar haben von Stornierungen betroffene Flug­gäste nach Artikel 8 der EU-Flug­gast­ver­ordnung einen Anspruch auf eine „anderweitige Beför­derung“ zum Endziel. Dieser Anspruch besteht aber nur, wenn die Beför­derung unter „vergleich­baren Reisebedingungen“ statt­findet. Was das genau heißt, ist unter Juristen aber umstritten. Wer also eigen­ständig mit dem Taxi, einem Miet­auto oder einer anderen Air­line an sein Ziel reist, riskiert auf den Extra­kosten sitzen zu bleiben oder sein Geld nur auf dem Weg einer Klage wieder­zubekommen.

Flug umbuchen oder Geld zurück

Für Kunden, die ihren stornierten Flug umbuchen möchten, hat Luft­hansa die Service-Nummer 0 800 8 50 60 70 (kostenfrei für Anrufe aus Deutsch­land) einge­richtet. Wer nicht mehr fliegen möchte, kann sich den Flugpreis wieder auszahlen lassen.

Betreuung am Flughafen

Flug­gäste, die wegen Streiks am Flughafen sitzen und warten, haben Anspruch auf bestimmte Betreuungs­leistungen. Bei Flügen bis zu 1 500 Kilo­metern haben Flug­gäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf zwei kostenlose Kommunikations­möglich­keiten via Telefon, E-Mail, Fax oder Telex. Außerdem muss die Air­line Getränke, Mahl­zeiten und falls notwendig eine Über­nachtung im Hotel anbieten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Fluggesell­schaft für die Verspätung verantwort­lich ist. Bei Flügen über längere Distanzen verlängern sich die Warte­zeiten, nach denen der Anspruch auf die Unterstüt­zung einsetzt. Einen Über­blick bietet die große Tabelle Fluggastrechte von test.de. Ab einer Warte­zeit von fünf Stunden können Passagiere eine Erstattung des Flugpreises verlangen.

Wenig Chancen auf Schaden­ersatz

Die nach der Flug­gast­rechte­ver­ordnung vorgesehene Schaden­ersatz­pauschale bei Stornierungen in Höhe von 250 Euro, 400 Euro oder 600 Euro bekommen Betroffene eines Streiks nicht mehr ohne weiteres. Der Bundes­gerichts­hof hat kürzlich geur­teilt, dass eine Fluggesell­schaft sich auch bei einem Streik entlasten kann.

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